Freitag, 10. Februar 2012

Ziesel Tiere Animals SelMcKenzie Selzer-McKenzie


Ziesel Tiere Animals SelMcKenzie Selzer-McKenzie


Ziesel Tiere Animals SelMcKenzie Selzer-McKenzie
Author D.Selzer-McKenzie
Die Ziesel (Maskulinum oder - vor allem im süddeutschen und österreichischen Sprachraum - Neutrum) (Spermophilus) sind eine Gattung der Erdhörnchen, die in Eurasien und Nordamerika in zahlreichen Arten verbreitet ist.

Die meisten Ziesel sind oberseits braun oder grau und unterseits weiß gefärbt. Viele Arten tragen dazu Streifen oder Flecken. Die Ziesel der Untergattung Callospermophilus (Goldmantelziesel) haben im Sommerkleid ein leuchtend goldgelbes Fell in der Kopf- und Schulterregion. Der Schwanz ist relativ kurz, ebenso die Beine. Der Kopf hat eine typische Hörnchenform und trägt dehnbare Backentaschen zum Verstauen von Nahrung. Die Kopfrumpflänge schwankt je nach Art zwischen 13 und 40 cm, die Schwanzlänge zwischen 4 und 25 cm, das Gewicht zwischen 85 g und 1 kg.
Verbreitung und Lebensraum [Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Ziesel reicht in Eurasien von Ostösterreich über Zentralasien und Sibirien bis in die Mongolei. In Nordamerika sind sie von den arktischen Regionen Kanadas über die Prärien, Wüsten und Gebirge der westlichen USA bis nach Zentral-Mexiko verbreitet. Der Lebensraum sind alle Arten offener Habitate, also Steppen, Halbwüsten, Tundren, Felsenland und karge Bergketten. Waldränder und buschbestandenes Land werden ebenfalls akzeptiert, in dichten Wäldern fehlen Ziesel aber.

In Europa kommen nur zwei Zieselarten vor: der Europäische Ziesel und der Perlziesel. Ersterer war einst auch in Deutschland verbreitet; eine Wiederansiedlung im sächsischen Osterzgebirge, nahe der tschechischen Grenze, erfolgte 2006 in einem überdachten Gehege. Diese Aktion wurde vom BUND Landesverband Sachsen durchgeführt.
Lebensweise [Bearbeiten]
Europäischer Ziesel
Kalifornischer Ziesel

Ziesel leben in zweierlei Typen von Erdbauen: in dauerhaften Bauen, in denen sie die Nacht oder ihren Winterschlaf verbringen und die Jungen gebären und großziehen, und in vorübergehend bezogenen Schutzbauen, die ihnen als kurzfristige Zufluchtsorte dienen. In jedem Bau gibt es einen Hauptgang und mehrere Seitengänge sowie Nist- und Nebenkammern. Die Erdbaue werden tagsüber verlassen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Die Ziesel ernähren sich hauptsächlich von Samen, aber auch von Wurzeln, Knollen, Zwiebeln und grünen Pflanzenteilen. Auch wirbellose Tiere wie Insekten werden nicht verschmäht. Im Spätsommer legen sie in ihren Bauen einen Nahrungsvorrat an. Nachdem der Baueingang mit Erdmaterial verschlossen wurde, halten sie etwa ab September bis zum März des nächsten Jahres einen mehrmonatigen Winterschlaf, aus dem sie jedoch von Zeit zu Zeit aufwachen. Nach Ansicht einiger Forscher aktivieren Ziesel und andere Nagetiere so immer wieder ihr Immunsystem. Auf diese Weise sind sie in der Lage Krankheitserreger wie Kolibakterien oder Salmonellen in Schach zu halten, die sich andernfalls im Körper der winterschlafenden Tiere unkontrolliert vermehren und zu einer lebensbedrohenden Gefahr werden könnten.

Männliche Ziesel sind territorial und vertreiben Geschlechtsgenossen aus der Nähe ihres Baus. Die Weibchen leben in den Territorien der Männchen und verteidigen selbst kein Revier. Auf diese Weise sammeln die Männchen mancher Arten einen Harem um sich; es bestehen jedoch geringe soziale Bindungen, so dass man von keiner echten Kolonie sprechen kann. Die Baue der Weibchen werden auf deren Töchter übertragen; dagegen werden Männchen bei Erreichen der Geschlechtsreife vertrieben. Können sie kein eigenes Revier errichten, müssen sie in der Randzone anderer Zieselreviere überdauern, wo die Verhältnisse ungünstig sind und sie leicht Raubtieren zum Opfer fallen.

Die Paarung findet nur einmal im Jahr statt, und zwar zwischen März und Mai etwa ein bis zwei Wochen nach dem Verlassen des Winterquartiers. Jedes Zieselweibchen bringt 2 bis 15 Junge zur Welt, mit einer je nach Art zwischen vier und neun schwankenden durchschnittlichen Wurfgröße. Bei der Geburt wiegen Ziesel etwa 10 g. Im Alter von elf Monaten erreichen sie die Geschlechtsreife. Männliche Ziesel erreichen mit sechs Jahren ein geringeres Lebensalter als Weibchen mit elf Jahren, was auf die Verausgabung bei der Revierverteidigung zurückzuführen ist.

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