Dienstag, 21. April 2009

Moschustier Moschushirsch


Moschustier Moschus-Hirsche
Author Selzer-McKenzie
Die Filmbilder hat der Author Selzer-McKenzie in China gedreht
Moschushirsche oder Moschustiere (Moschidae) sind eine mit den Hirschen verwandte Familie der Paarhufer. Während sie in älterer Literatur oft noch als ursprüngliche Unterfamilie der Hirsche angesehen werden, werden sie heute meistens als eigenständige Familie von den Hirschen abgetrennt.
Alle Moschushirsche sind einander so ähnlich, dass sie gelegentlich auch als eine einzige Art angesehen werden. Ihre Kopfrumpflänge beträgt etwa 90 Zentimeter, die Schulterhöhe 60 Zentimeter, das Gewicht 10 Kilogramm. Die Fellfarbe ist meistens dunkelbraun, variiert aber auch innerhalb der Arten. Moschushirsche haben anders als Hirsche kein Geweih. Auffällig ist, dass die oberen Eckzähne des Männchens zu großen Hauern verlängert sind, die eine Länge von sieben Zentimetern erreichen können. Die namengebende Moschusdrüse besitzt ebenfalls nur das Männchen. Sie liegt vor den Geschlechtsteilen und gibt eine bräunliche, stark riechende Substanz ab. Daneben können Moschushirsche auch aus einer Schwanzdrüse eine Flüssigkeit absondern, die gelblich ist und einen starken Verfaulungsgeruch hat.
Moschushirsche sind Tiere des Gebirges. Eine Art lebt im Himalaya, die anderen in verschiedenen Gebirgen und Höhenzügen Koreas, Chinas, Sibiriens, Kasachstans und der Mongolei (z. B. im Altaigebirge). Die bevorzugte Höhe liegt bei 2.500 bis 3.500 Metern. Hier verbergen sie sich in dichten Bergwäldern.

Außerhalb der Paarungszeit sind Moschushirsche strikte Einzelgänger. Treffen zwei Männchen aufeinander, kann es zu Kämpfen kommen, wobei sich die Tiere manchmal mit den Eckzähnen tiefe Wunden reißen. Moschushirsche sind nachts aktiv und fressen Gräser und Moose, im Winter auch Zweige und Flechten. Die Jungtiere (ein oder zwei je Weibchen) sind bei der Geburt gefleckt.
Die Substanz der Moschusdrüse wird zur Herstellung von Parfümen und Seifen sowie in der traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Aus einer Drüse lassen sich nur 25 bis 30 Gramm Moschus entnehmen. Durch die starke Bejagung sind die Bestände aller Arten zurückgegangen. Trotzdem wird nur eine Art, der Sibirische Moschushirsch, von der IUCN als gefährdet eingestuft.

Als Alternative zur Jagd kann das Fangen eines lebenden Männchens praktiziert werden; der Moschus wird ihm entnommen, und anschließend wird es freigelassen. Da diese Methode jedoch zeitraubender ist als die Moschusgewinnung aus toten Tieren, wird sie selten genutzt. In China experimentiert man seit Jahrzehnten mit Moschustierfarmen; diese haben jedoch hohe Sterblichkeitsraten, da sich die Tiere schlecht in Gefangenschaft halten lassen.

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