Samstag, 30. März 2013

Kupfer und Gold Trading Selzer-McKenzie SelMcKenzie


Kupfer und Gold Trading Selzer-McKenzie SelMcKenzie



 

 

Author D.Selzer-McKenzie

Kupfer, Gold, Silber und Zinn waren die ersten Metalle, welche die Menschheit in ihrer Entwicklung kennengelernt hat. Da Kupfer leicht zu verarbeiten ist, wurde es bereits von den ältesten bekannten Kulturen vor über 10.000 Jahren verwendet. So zählt Kupfer zu den am längsten und bis heute am stärksten vom Menschen genutzten Metallen. Es ist korrosionsbeständig, biostatisch, unbeschränkt recyclebar und hat eine hervorragende Leitfähigkeit für Elektrizität. Damit ist Kupfer vielseitig einsetzbar, wobei der weit überwiegende Teil der Nachfrage auf Elektro- und Sanitärinstallationen (Bau) sowie auf die Elektro-

industrie entfällt.

»Kupfer ist ein elementarer Bestandteil unseres Alltags. Beim Duschen stellen Kupferrohre sicher, dass Wasser fließen kann, im Auto begleitet es uns zur Arbeit, im Büro macht es Computertechnik überhaupt erst möglich und zu Hause sorgen Kupferdrähte dafür, dass abends das Licht leuchten kann. Kupfer ist das drittwichtigste Metall für die industrielle Fertigung und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken«, so beschreibt es das Deutsche Kupferinstitut.

Im Folgenden geben unsere Rohstoffanalysten einen kleinen Überblick über die aktuellen Tendenzen am internationalen Kupfermarkt. Nutzen Sie die Anregungen unserer Experten, gewinnen Sie neue Perspektiven und entdecken Sie Investitionsmöglichkeiten, um an der Entwicklung des roten Metalls zu partizipieren.

KUPFER

FUNDAMENTALDATEN,.

Die jüngsten Konjunkturdaten deuten weiter auf eine Erholung der globalen Wirtschaft hin. Dies dürfte sich in einer steigenden Nachfrage nach Metallen im Allgemeinen und nach Kupfer im Speziellen bemerkbar machen. Hierzu sollte auch das Wiederanziehen der Wirtschaftsaktivitäten in China nach dem Neujahrsfest beitragen. Daneben könnten stark steigende Kosten zu Produktionskürzungen oder Projektverzögerungen führen, sodass gerade bei Kupfer die Angebotslage angespannter bleibt, als es derzeit den Anschein hat.

Die sich in den letzten Monaten auf globaler Ebene kontinuierlich verbessernden Konjunkturdaten haben sich bislang nicht in den Metallpreisen widergespiegelt. Im Gegenteil, seit Anfang Februarg eht es für die Metall-

            Prozent verloren und

            blieb damit auch

            hinter anderen zyklischen Rohstoffen

ti          zurück. Brent-Öl verlor in diesem Zeit-

            raum zum Beispiel »nur« 5,4 Prozent.

            Die Aktienmärkte, gemessen am S&P

            500, zeigten sich in dieser Zeit mit

            einem Plus von 0,3 Prozent stabil und

           

entwickelten sich damit ebenfalls besser als die Metallpreise im Allgemeinen und Kupfer im Spez ellen (Grafik 1).

Die unterdurchschnittliche Entwicklung von Kupi mag angesichts der besseren Konjunkturdaten ül raschen. Denn die Nachfrage nach Kupfer und d< dessen Preis hängen normalerweise stark von de Konjunktur ab. Zieht man jedoch China als wicht. ten Marktteilnehmer in die Überlegungen mit ein relativiert sich die Preisschwäche. Denn aufgrun( chinesischen Neujahrsfests waren Mitte Februar Märkte im Reich der Mitte für eine Woche geschl sen. Dies machte sich in teilweise deutlich gerine ren Handelsvolumina auch an den Börsenplätzen außerhalb Chinas bemerkbar. Schon im Vorfeld c

Feierlichkeiten wurden die V schaftsaktivitäten stark redu; Ebenso dauerte es einige Ta( bis die Aktivitäten wieder dih Ausgangsniveaus erreicht he

Die Zurückhaltung seitens d, chinesischen Händler macht

sich unter anderem in der Importstatistik für Jan und Februar bemerkbar. So lagen die Einfuhren Kupfer im Februar deutlich unter dem Niveau de Vormonats und des Vorjahres (Grafik 2). Die Stat war allerdings durch das chinesische Neujahrsfe stark verzerrt. Für ein klareres und besser vergle

 preise sogar bergab.

 

bares Bild der Lage empfehlen wir, den Durchschnitt des ersten Quartals zu betrachten. Wir gehen davon aus, dass saisonbedingt ab März die Nachfrage in China wieder anziehen wird, was sich auch in höheren Importaktivitäten niederschlagen sollte.

Daneben sollten auch die zahlreich bewilligten Infrastrukturprojekte in den kommenden Monaten zusätzliche Nachfrage nach Metallen und Kupfer im Speziellen generieren. So werden Autobahnen, Häfen und Flughäfen sowie U- und S-Bahnen in den großen Städten des Landes gebaut.

Außerdem wird das laufende

Wohnungsbauprogramm vorangetrieben. Darüber hinaus gibt die zuletzt wieder gesunkene Inflationsrate der chinesischen

Regierung und Zentralbank theoretisch Spielraum für

weitere fiskalpolitische Maßnahmen. Viel Beachtung hat zwar der offizielle Regierungswechsel in China gefunden - im März haben der neue Staatspräsident XI Jinping und der neue Premierminister Li Keqiang die Amtsgeschäfte übernommen -, die Auswirkungen auf die Wirtschaftsaktivitäten sollten aber begrenzt sein. Denn die neue Regierung dürfte spätestens seit dem Parteikongress im Oktober in die Entscheidungen mit einbezogen worden sein.

Sah es in den letzten Monaten zunächst so aus, dass sich trotz der erwarteten Nachfragebelebung die Angebots-Nachfrage-Situation am globalen Kupfermarkt in diesem Jahr entspannen könnte, gab es in den vergangenen Wochen gegenteilige Meldungen. So stehen immer mehr Minenproduzenten deutlich steigenden Produktionskosten gegenüber. Ende Januar gab zum Beispiel Antofagasta, ein chilenischer Kupferproduzent mit einer Jahresproduktion von rund 700.000 Tonnen, bekannt, dass die Produktionskosten in diesem Jahr wahrscheinlich um 36 Prozent steigen werden. Der Grund hierfür sind in erster Linie höhere Stromkosten, nachdem in der größten Mine des Unternehmens ein Tarifvertrag mit dem Stromversorger ausgelaufen ist. Schon im Dezember berichtete Antofagasta überraschend, die Erschließung der »Antucoya«-Kupfermine vorübergehend auszusetzen, da die angestrebten Kosten von 1,7 Milliarden US-Dollar wohl deutlich überschritten

werden. Ebenfalls im Januar gab der weltweit größte Kupferproduzent, Codelco, aufgrund von höheren Energiekosten und niedrigeren Metallgehalten in den Erzen für das letzte Jahr Kostensteigerungen um 30 Prozent bekannt. Die steigenden Kosten könnten zu Produktionskürzungen führen, sodass die Angebotsausweitung nicht so stark ausfallen könnte wie von vielen Marktteilnehmern erwartet (Grafik 3).

Eine enorme Mehrbelastung für die Minenproduzenten bedeuten auch merkliche Lohnsteigerungen. Jüngst machte BHP Billiton,

das weltweit größte Minenunternehmen,

seinen Arbeitern in der »Escondida«-Mine in Chile umfassende Zugeständnisse. Um Streiks vor dem Auslaufen des aktuellen Tarifvertrags Mitte des Jahres

zu vermeiden, hat das Unternehmen frühzeitig - - mit seinen Arbeitern einen neuen Lohnabschluss ausgehandelt. Neben einer Lohnerhöhung um 5 Prozent erhalten die Arbeiter eine Bonuszahlung von umgerechnet fast 50.000 US-Dollar. Dies ist eine bis dahin beispiellose Aktion und könnte auch andernorts Begehrlichkeiten wecken. Nach einem kurzzeitigen Streik, der Androhung weiterer Arbeitsniederlegungen und mehrmonatigen Verhandlungen hat sich schlussendlich auch Southern Copper, der größte Kupferproduzent in Peru und Mexiko, mit

»Die zahlreich bewilligten Infrastrukturprojekte in China sollten in den kommenden Monaten zusätzliche Nachfrage nach Metallen und Kupfer im Speziellen generieren.«

 

seinen Arbeitern auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Dabei wurden ebenfalls merkliche Lohnsteigerungen für die nächsten Jahre ausgehandelt. Dies, gepaart mit zum Beispiel höheren Energiekosten und niedrigeren Metallgehalten in den Erzen, dürfte in den nächsten Jahren zu steigenden Kupferpreisen führen.

Mit Problemen anderer Art sieht sich derzeit das weltweit zweitgrößte Minenunternehmen, Rio Tinto, konfrontiert. So möchte die mongolische Regierung mehr Kontrolle über die sich derzeit im Bau befindliche Kupfermine »Oyu Tolgoi«

(siehe Kasten) erhalten, nachdem die Kosten eigenen Angaben zufolge auch dort explodieren. Der Minenbetreiber Rio Tinto, dem 66 Prozent des Projekts gehören, hat bereits mit einem vorübergehenden

Baustopp gegen die Pläne der Regierung gedroht. Zudem soll die Produktion erst gestartet werden, wenn die Unstimmigkeiten mit der Regierung beigelegt sind. Damit könnte sich die Inbetriebnahme der Mine — die kommerzielle Produktionsaufnahme war für das erste Halbjahr 2013 geplant — verzögern. Auch dies könnte dazu beitragen, dass der Angebots-

überschuss am globalen Kupfermarkt in diesem Jahr nicht so hoch ausfällt wie erwartet. Denn ein nicht unerheblicher Teil der prognostizierten Angebotsausweitung beruht auf der Inbetriebnahme der »Oyu Tolgoi«-Mine. Dadurch könnte sich auch China gezwungen sehen, das benötigte Kupfer anderweitig am Weltmarkt zu beziehen.

Sollte der Konflikt eskalieren, könnte es im schlimmsten Fall auch in der Mongolei gemäß »afrikanischem Vorbild« zur Enteignung kommen. Gemäß eigenen Angaben hat Rio Tinto bislang 6,6 Milliarden US-

Dollar in die Erschließung der

Mine investiert, knapp 1 Milliarde

US-Dollar mehr als ursprünglich

geplant. »Oyu Tolgoi« könnte

zugleich für lange Zeit das letzte

nennenswerte Kupfervorkommen

sein, das erschlossen wird. Denn

Aussagen von BHP Billiton zufolge sind die bekannten, qualitativ hochwertigen Vorkommen nahezu erschlossen. Einhergehend mit den sinkenden Metallgehalten in den Erzen schätzt das Unternehmen, dass im Durchschnitt der nächsten Jahre jährlich 1 Million Tonnen neues Kupferangebot an den Markt gebracht werden muss, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.

»Aussagen von BHP Billiton zufolge sind die bekannten, qualitativ hochwertigen Vorkommen nahezu erschlossen.«

 

 

 

 

Das Kupfer-Gold-Projekt »Oyu Tolgoi«

»Oyu Tolgoi« ist seit vielen Jahren das erste nennenswerte Kupfervorkommen, das entwickelt wird. Es liegt in der Si.idGobi-Region der Mongolei in der Nähe der chinesischen Grenze und ist das weltweit größte unerschlossene Kupfer-GoldVorkommen. Daten per Mitte November zufolge umfasst das Vorkommen rund 18,6 Millionen Tonnen Kupferreserven und

nochmals ebenso viele Kupferressourcen. Darüber hinaus liegen in »Oyu Tolgoi« gut 650 Tonnen Goldreserven und knapp 780 Tonnen Goldressourcen. Angaben des Minenbetreibers zufolge sollen während des Minenlebens durchschnittlich 425.000 Tonnen Kupfer und 460.000 Unzen Gold pro Jahr produziert werden.

FAZIT:

Unseres Erachtens stellen die aktuell niedrigen Kupferpreise von 7.600 US-Dollar je Tonne attraktive Kaufgelegenheiten dar. Sollte sich die Stimmung der Marktteilnehmer wieder aufhellen, dürfte sich dies in merklich steigenden Kupferpreisen bemerkbar machen. Zum Jahresende erwarten wir einen Kupferpreis von 8.550 US-Dollar je Tonne.

 

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