Donnerstag, 5. September 2013

Peso Mexico Trading SelMcKenzie Selzer-McKenzie


Peso Mexico Trading SelMcKenzie Selzer-McKenzie
Author D.Selzer-McKenzie




Mexikanischer Peso sollte von besseren
Wachstumsaussichten profitieren
In den letzten Wochen haben die Spekulationen über einen Ausstieg der US-Notenbank aus der expansiven Geldpolitik den mexikanischen Peso belastet. Allerdings hängt Mexikos Wirtschaft stark am Konjunkturzyklus der USA und die US-Notenbank wird eine Kehrtwende nur dann vollziehen, wenn die US-Wirtschaft weiter auf Erholungskurs ist. Davon wird die mexikanische Wirtschaft profitieren, was dem Peso zugutekommen sollte.

In den letzten Jahren haben Schwellenlän-derwährungen wie der mexikanische Peso von der Liquiditätsschwemme der Zentral¬banken der Industrieländer profitiert. Der bevorstehende Ausstieg der US-No¬tenbank aus der expansiven Geldpolitik (»Tapering«) ist daher für diese Währun¬gen ein Belastungsfaktor. So herrschte in den letzten Wochen folgendes Reaktions¬muster: Nahmen Spekulationen über ein frühes »Tapering« durch die US-Noten¬bank zu, kam der mexikanische Peso un¬ter Druck. Enttäuschten dagegen die US-Daten oder äußerten sich Mitglieder der US-Notenbank taubenhaft, konnte der Peso zulegen (Grafik 1). Aber ist diese Reaktion wirklich gerechtfertigt? Schlie߬lich hängt die mexikanische Wirtschaft stark am Konjunkturzyklus der USA. Rund 80 Prozent der mexikanischen Exporte werden im nördlichen Nachbarland abge¬setzt. Die Industrieproduktion in Mexiko

zeigt eine starke Abhängigkeit von der Industrieproduktion in den USA (Grafik 2). Fängt die US-Notenbank an, aus ihrer expansiven Geldpolitik auszusteigen, ist das ein Anzeichen dafür, dass es der US-Konjunktur besser geht. Die Befürchtung, dass die Kehrtwende in der US-Geldpoli¬tik letztlich die mexikanische Wirtschaft belastet, teilen wir nicht. Denn die Geld-politik in den USA wird noch lange expan-siv bleiben. Die Anleihenkäufe werden lediglich schrittweise reduziert, während sich an der Nullzinspolitik in den USA vorerst nichts ändert. Vor 2015 ist nicht damit zu rechnen, dass die US-Notenbank ihren Leitzins anhebt.
Wir sehen also eher den positiven Aspekt: »Tapering« in den USA bedeutet, dass sich die Wachstumsaussichten für die USA verbessert haben und damit auch für Mexiko. Während der mexikanische Peso

auf kurze Sicht von dem Ausstieg der Fed aus der expansiven Geldpolitik belastet wird, sollte er auf mittlere Sicht von den verbesserten Aussichten für die mexikani-sche Wirtschaft profitieren können.
Mexikos Wirtschaft dürfte aber nicht nur von der Erholung des nördlichen Nach-barlandes profitieren. Nachdem jahrelang wichtige Reformen in Mexiko vernachläs-sigt wurden, haben sich nach dem politi-schen Machtwechsel im vergangenen Jahr die Aussichten hierfür deutlich verbessert. Die Regierungspartei PRI (Partei der Insti-tutionalisierten Revolution) hat zusammen mit den zwei großen Oppositionsparteien (PAN und PRD) den Pakt für Mexiko (Pacto por Mexico) geschlossen. Mithilfe dieses Pakts sollen zentrale Reformen in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Zwar ist der Pakt in den Parteien umstrit¬ten, sodass pessimistische Beobachter das Risiko eines Scheiterns des Pakts sehen. Zurzeit stehen die Chancen jedoch gut, dass wichtige Reformen umgesetzt wer-den. Erste Weichen wurden bereits in den letzten Monaten gestellt. So wurden Reformen in der Telekommunikation, im Bildungssystem und des Arbeitsmarkts gebilligt. In der zweiten Jahreshälfte sollen die wichtige Reform des Steuersys¬tems, die die Einnahmenseite der Regie¬rung stärken soll, sowie die Öffnung des vom Staatskonzern PEMEX kontrollierten Energiesektors für private Investoren in Angriff genommen werden. Werden diese erfolgreich umgesetzt, sollten sich die Aussichten für Mexikos Wirtschaft in den kommenden Jahren verbessern.

zins noch einmal senken könnte. Die No-tenbank zeigte sich hinsichtlich der kon-junkturellen Entwicklung ebenso besorgt und senkte ihre Prognose für das Wirt-schaftswachstum in diesem Jahr von 3 bis 4 Prozent auf 2 bis 3 Prozent. Die Prog-nose für das kom¬mende Jahr beließ sie allerdings unver¬ändert bei 4,2 Pro¬zent. Zwar sieht sie Risiken im Zusam-
menhang mit der Weltwirtschaft, anderer¬seits sollten sich verbesserte Aussichten für die US-Wirtschaft sowie die Umset¬zung von Reformen in Mexiko positiv auf die mexikanische Wirtschaft auswirken.
Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum ab der zweiten Jahreshälfte beschleunigt. Die Inflationsrate bietet, trotz ihres Rückgangs auf 3,5 Prozent in den letzten Monaten (das Inflationsziel der mexikanischen Notenbank liegt bei

3,0 Prozent), aus unserer Sicht noch nicht ausreichend Spielraum, die Zinsen weiter zu senken. Wir gehen daher davon aus, dass die Notenbank die Zinsen vorerst unverändert lassen wird.
Die Geldpolitik
dürfte also keinen
negativen Impuls
für den Peso lie-
fern. Auf kurze
Sicht sehen wir
aber dennoch die Gefahr, dass sich der Peso abschwächt, wenn sich die Pläne der US-Notenbank, ihre Anleihenkäufe zu reduzieren, konkre-tisieren bzw. in die Tat umgesetzt werden. Mittelfristig sollte der Peso aber von den besseren Wachstumsaussichten in den USA profitieren. Ein weiterer positiver Aspekt sind die Reformen, die nach jahre¬langem politischem Stillstand endlich in Angriff genommen werden. Es gibt also eine Reihe von Gründen, die für den Peso sprechen.

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