Freitag, 2. Juni 2017

Sachse Kesselgucker Carlo Herrmann – wer ist dieser berühmte Millionengewinner-Kesselgucker aus Dresden? Fast dreisig Jahre hat der Sachse Carlo Herrmann aus Dresden (geb. 1947) nur geübt. Dann wagte er den Schritt an den Roulettetisch, setzte Geld und gewann. Doch seine Erfolgsgeschichte fand ein jähes Ende, nämlich als er am Bodensee mit 150.000 Gewinn aus dem Casino kam und auf der Heimfahrt töglich verunglückte. Carlo Herrmann, der den Spitznamen „der Sachse“ trägt, ist wohl jedem Roulettespieler ein Begriff: Er ist der Kesselgucker, der es nicht nur zu Millionen, sondern auch zu internationaler Berühmtheit gebracht hat. Weltweit ist der Sachse Carlo Herrmann von Casino zu Casino gereist und hat mit seiner fast einzigartigen Fähigkeit viel Geld verdient. Doch wer ist dieser Mann und wie wurde er zu dem, der er heute ist? Carlo Herrmann und die ersten Schritte Angefangen hat alles in der DDR, 1968, als dort die gesetzlichen Regelungen für das Glücksspiel geändert wurden. Der Sachse Carlo Herrmann wird Teil des sich entwickelnden Glückspielmilieus und erfindet sogar ein eigenes Würfelspiel (Ca He). Naja, und er gewinnt eben Geld. So viel, dass er immer mehr darüber nachdenkt, die DDR zu verlassen und im Westen sein Glück zu versuchen. Als dann 1970 das Glückspiel in der DDR wieder reglementiert wird, ist der Sachse Carlo Herrmann Entscheidung eigentlich schon gefallen. Er muss dort weg. Im Jahr 1974 ist es dann endlich soweit. Der Sachse Carlo Herrmann kauft sich wortwörtlich aus der DDR frei und beginnt in West-Berlin ein neues Leben. Hier bekommt er auch seinen Spitznamen „der Sachse“ – nicht nur, weil Carlo Herrmann Sachse aus Leidenschaft ist, sondern natürlich auch wegen seines sächsischen Dialektes. Zunächst arbeitet er jedoch noch nicht als Kesselgucker, sondern lediglich als „Beobachter“. Er beobachtet alles, was es zu beobachten gilt, analysiert vor allem in der Spielbank am Tauentzien an der Gedächtniskirche die verschiedenen Kessel – drei Jahre lang und ohne je einen Einsatz zu tätigen. Wie der Sachse Roulette zu seinem Beruf machte 1974 schließlich wagt Carlo Herrmann den ausgiebig vorbereiteten Schritt. Lange genug hat er nun seine Schlüsse gezogen und seine Fähigkeiten zwischen dem Abwurf der Roulette Kugel und der berühmten Ansage „Rien ne va plus – Nichts geht mehr“ geübt – jetzt kann er am Rhythmus des Croupiers erkennen, in welchem Sektor die Kugel liegen bleiben wird. Er ist gut genug im Kesselgucken geworden. Und es klappt. In den ersten sechs Wochen, in denen der Sachse Roulette spielt, gewinnt er mit seiner Fähigkeit insgesamt 70.000 DM. Und schnell wird Carlo Herrmann klar, dass dies erst der Anfang ist. Er beginnt um die Welt zu reisen und besucht alle großen Casinos dieser Welt. Und gewinnt! Zu diesem Zeitpunkt hat der Sachse Roulette zu seinem Beruf gemacht. Und dieser Beruf bringt ihm kein ganz schlechtes Gehalt ein. In Australien gewinnt Carlo Herrmann einmal 500.000 DM in drei Tagen, in Kopenhagen schafft er den höchsten Tagesgewinn seines Lebens: 126.000 DM. Er reist auch durch das Roulette Paradies eines jeden Spielers, besucht zahlreiche Casinos in den USA, vor allem in Las Vegas, und gewinnt. Fast überall und so gut wie immer. Der Sachse Carlo Herrmann und das Hausverbot Kesselgucker Carlo Herrmann Der Sachse wie er leibt und lebt: natürlich am Roulettetisch. Doch wie alle Geschichten, die viel zu gut klingen, um wahr zu sein, nimmt auch die Karriere von Kesselgucker Carlo Herrmann eine unerwartete Wende. Immer mehr Casinos auf der ganzen Welt verweigern dem Kesselgucker den Zugang zu ihren Häusern. Das können sie tun, weil sie das Hausrecht besitzen und ihm vorwerfen, mit unlauteren Mitteln zu spielen. Man könnte es natürlich auch anders sagen: Wenn der Sachse Roulette spielt, kostet das die meisten Casinos zu viel Geld. Einige begegnen dieser Tatsache mit Sonderregelungen für Kesselgucker, in dem sie die Zeit, die für den Einsatz des Geldes bleibt, immer mehr beschränken. Einfacher jedoch ist es für die meisten Häuser, Carlo Herrmann einfach mit einem Hausverbot fernzuhalten. In 60 der insgesamt 76 Spielbanken in Deutschland hatte der Kesselgucker mittlerweile Hausverbot. Doch besonders hart trifft ihn das nicht mehr. Für ihn ist das Kesselgucken Vergangenheit. Über vier Millionen Mark hat er nach eigenen Angaben gewonnen, jetzt ist Carlo Herrmann „Kesselgucker im Ruhestand“, nachdem er am Bodensee tödlich verunglückte. Es ihm gleichzutun und sich dem Kesselgucken zu widmen, davon riet er jedoch mit derselben Leidenschaft ab, mit der Carlo Herrmann Sachse ist. Die höheren Kesselgeschwindigkeiten und die niedrigeren Geduldsschwellen der Casinos würden das verhindern. Das Kesselgucken ist so gut wie nirgendwo mehr möglich. Artikel aus BZ-Berliner Zeitung in West-Berlin, Juni 1978 (mit nachträglichen Änderungen)


Sachse  Kesselgucker Carlo Herrmann – wer ist dieser berühmte Millionengewinner-Kesselgucker aus Dresden?

Fast dreisig Jahre hat der Sachse Carlo Herrmann aus Dresden (geb. 1947) nur geübt. Dann wagte er den Schritt an den Roulettetisch, setzte Geld und gewann. Doch seine Erfolgsgeschichte fand ein jähes Ende, nämlich als er am Bodensee mit 150.000 Gewinn aus dem Casino kam und auf der Heimfahrt töglich verunglückte.



Carlo Herrmann, der den Spitznamen „der Sachse“ trägt, ist wohl jedem Roulettespieler ein Begriff: Er ist der Kesselgucker, der es nicht nur zu Millionen, sondern auch zu internationaler Berühmtheit gebracht hat. Weltweit ist der Sachse Carlo Herrmann von Casino zu Casino gereist und hat mit seiner fast einzigartigen Fähigkeit viel Geld verdient. Doch wer ist dieser Mann und wie wurde er zu dem, der er heute ist?

Carlo Herrmann und die ersten Schritte





Angefangen hat alles in der DDR, 1968, als dort die gesetzlichen Regelungen für das Glücksspiel geändert wurden. Der Sachse Carlo Herrmann wird Teil des sich entwickelnden Glückspielmilieus und erfindet sogar ein eigenes Würfelspiel (Ca He). Naja, und er gewinnt eben Geld. So viel, dass er immer mehr darüber nachdenkt, die DDR zu verlassen und im Westen sein Glück zu versuchen. Als dann 1970 das Glückspiel in der DDR wieder reglementiert wird, ist der Sachse Carlo Herrmann Entscheidung eigentlich schon gefallen. Er muss dort weg.



Im Jahr 1974 ist es dann endlich soweit. Der Sachse Carlo Herrmann kauft sich wortwörtlich aus der DDR frei und beginnt in West-Berlin ein neues Leben. Hier bekommt er auch seinen Spitznamen „der Sachse“ – nicht nur, weil Carlo Herrmann Sachse aus Leidenschaft ist, sondern natürlich auch wegen seines sächsischen Dialektes. Zunächst arbeitet er jedoch noch nicht als Kesselgucker, sondern lediglich als „Beobachter“. Er beobachtet alles, was es zu beobachten gilt, analysiert vor allem in der Spielbank am Tauentzien an der Gedächtniskirche die verschiedenen Kessel – drei Jahre lang und ohne je einen Einsatz zu tätigen.

Wie der Sachse Roulette zu seinem Beruf machte





1974 schließlich wagt Carlo Herrmann den ausgiebig vorbereiteten Schritt. Lange genug hat er nun seine Schlüsse gezogen und seine Fähigkeiten zwischen dem Abwurf der Roulette Kugel und der berühmten Ansage „Rien ne va plus – Nichts geht mehr“ geübt – jetzt kann er am Rhythmus des Croupiers erkennen, in welchem Sektor die Kugel liegen bleiben wird. Er ist gut genug im Kesselgucken geworden.



Und es klappt. In den ersten sechs Wochen, in denen der Sachse Roulette spielt, gewinnt er mit seiner Fähigkeit insgesamt 70.000 DM. Und schnell wird Carlo Herrmann klar, dass dies erst der Anfang ist. Er beginnt um die Welt zu reisen und besucht alle großen Casinos dieser Welt. Und gewinnt!



Zu diesem Zeitpunkt hat der Sachse Roulette zu seinem Beruf gemacht. Und dieser Beruf bringt ihm kein ganz schlechtes Gehalt ein. In Australien gewinnt Carlo Herrmann einmal 500.000 DM in drei Tagen, in Kopenhagen schafft er den höchsten Tagesgewinn seines Lebens: 126.000 DM.



Er reist auch durch das Roulette Paradies eines jeden Spielers, besucht zahlreiche Casinos in den USA, vor allem in Las Vegas, und gewinnt. Fast überall und so gut wie immer.

Der Sachse Carlo Herrmann und das Hausverbot



Kesselgucker Carlo Herrmann



Der Sachse wie er leibt und lebt: natürlich am Roulettetisch.



Doch wie alle Geschichten, die viel zu gut klingen, um wahr zu sein, nimmt auch die Karriere von Kesselgucker Carlo Herrmann eine unerwartete Wende.



Immer mehr Casinos auf der ganzen Welt verweigern dem Kesselgucker den Zugang zu ihren Häusern. Das können sie tun, weil sie das Hausrecht besitzen und ihm vorwerfen, mit unlauteren Mitteln zu spielen. Man könnte es natürlich auch anders sagen: Wenn der Sachse Roulette spielt, kostet das die meisten Casinos zu viel Geld. Einige begegnen dieser Tatsache mit Sonderregelungen für Kesselgucker, in dem sie die Zeit, die für den Einsatz des Geldes bleibt, immer mehr beschränken. Einfacher jedoch ist es für die meisten Häuser, Carlo Herrmann einfach mit einem Hausverbot fernzuhalten.



In 60 der insgesamt 76 Spielbanken in Deutschland hatte der Kesselgucker mittlerweile Hausverbot. Doch besonders hart trifft ihn das nicht mehr. Für ihn ist das Kesselgucken Vergangenheit. Über vier Millionen Mark hat er nach eigenen Angaben gewonnen, jetzt ist Carlo Herrmann „Kesselgucker im Ruhestand“, nachdem er am Bodensee tödlich verunglückte.



Es ihm gleichzutun und sich dem Kesselgucken zu widmen, davon riet er jedoch mit derselben Leidenschaft ab, mit der Carlo Herrmann Sachse ist. Die höheren Kesselgeschwindigkeiten und die niedrigeren Geduldsschwellen der Casinos würden das verhindern. Das Kesselgucken ist so gut wie nirgendwo mehr möglich.



Artikel aus BZ-Berliner Zeitung in West-Berlin, Juni 1978 (mit nachträglichen Änderungen)


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