Freitag, 10. Dezember 2010

Clownfisch Anemonenfisch Animals Tiere Natur SelMcKenzie Selzer-McKenzie

Clownfisch Anemonenfisch Animals Tiere Natur SelMcKenzie Selzer-McKenzie
Author D.Selzer-McKenzie
Video http://www.youtube.com/watch?v=6ULcdSIydsM

Die Anemonenfische (Amphiprion), nach den beiden bekanntesten Arten häufig auch Clownfische genannt, sind eine in den Korallenriffen des tropischen Indopazifik vorkommende Gattung der Riffbarsche (Pomacentridae), die in enger Symbiose mit Seeanemonen lebt. Dabei leben die einzelnen Arten nur mit bestimmten Arten von Symbioseanemonen zusammen. Die Symbioseanemonen bieten den Anemonenfischen, die alle schlechte Schwimmer sind, Schutz vor Raubfischen. Auch die Anemonenfische schützen ihre Symbiosepartner vor Fressfeinden, z. B. Falterfische. Annahmen, die Fische würden ihre Partner füttern, konnten nicht bestätigt werden, dagegen werden Symbioseanemonen, deren Fischpartner weggefangen wurden, bald von Falter- oder Feilenfischen gefressen.

Die zwischen acht und 15 Zentimeter lang werdenden Anemonenfische ernähren sich von Zooplankton, einige auch von Algen.
Anemonenfische werden 7 bis 16 Zentimeter lang. Die Körperlänge beträgt das 1,7 bis 2,5fache der Körperhöhe. Ihre Rückenflosse wird von 8 bis 11 Hart- und 14 bis 20 Weichstrahlen gestützt, bei der Afterflosse sind es 2 Hart- und 12 bis 15 Weichstrahlen. Die Anzahl der Brustflossenstrahlen beträgt 16 bis 21, die der Schuppen entlang der Seitenlinie 31 bis 59, die der Branchiostegalstrahlen 17 bis 22.
Verbreitung [Bearbeiten]

Alle Arten leben in den tropischen Bereichen des Indopazifik und dort, wo tropisch warme Meeresströmungen weit nach Norden oder Süden reichen, z. B. an der Ostküste Japans, in Tiefen von einem bis 15 Metern. Amphiprion bicinctus kommt im Roten Meer vor. Die meisten Arten haben ein relativ enges Verbreitungsgebiet, nur Clarks Anemonenfisch (Amphiprion clarkii) ist fast über den gesamten tropischen Indopazifik verbreitet. Als ökologischer Generalist akzeptiert er auch alle Anemonen als Symbiosepartner. Am artenreichsten ist die Region um Neuguinea, bei Madang leben 10, bei den D’Entrecasteaux-Inseln acht Arten. Andere westpazifische Gebiete, wie Guam oder die Lizard Island im Great Barrier Reef sind die Heimat von fünf Arten. Im Roten Meer gibt es zwei Arten, bei den Komoren nur noch eine und die Küsten Hawaiis sind ohne Anemonenfische.
Fortpflanzung [Bearbeiten]
A. percula laichend
Männchen besamt die eben abgelegten Eier
Laich

Anemonenfische sind nach Erreichen der Geschlechtsreife zunächst männlich. Sie leben in Polyandrie, ein Weibchen mit mehreren Männchen, in einer oder einer kleinen Gruppe von Anemonen. Das dominierende, größte Tier in einer Anemone ist immer das einzige Weibchen. Stirbt das Weibchen, wandelt sich das stärkste Männchen innerhalb einer Woche in ein Weibchen um.

Die Eier werden in der Nähe des Fußes der Anemone abgelegt. Das Männchen säubert vor dem Ablaichen am Fuß der Anemone das Substrat. Nach der Eiablage wird das Gelege sieben bis acht Tage lang vom Männchen mit dem Maul gesäubert und mit den Brustflossen befächelt. Ein Gelege umfasst etwa 250 Eier.

Nach einer Woche schlüpfen die Larven, die zunächst eine planktonische Lebensweise, aber das Bestreben haben, möglichst in der Nähe des Geburtsortes zu bleiben. Das Larvenstadium dauert zwei bis drei Wochen. Danach streben die Jungfische auf die Suche nach einer Anemone zum nächsten Korallenriff.
Systematik [Bearbeiten]
P. biaculeatus
A. ocellaris, normalfarbene und schwarze Form
A. clarkii
A. melanopus
A. perideraion

Die 27 Arten der Gattung Amphiprion werden nach gemeinsamen Farbmustern zu fünf Untergattungen zusammengefasst, von denen eine weiter in 2 Gruppen gesplittet wird. Der Samtanemonenfisch (Premnas biaculeatus) unterscheidet sich durch einen Stachel am Kiemendeckel von seinen Verwandten. Durch die erfolgreiche Kreuzung des Samtanemonenfisch mit Amphiprion ocellaris hat man allerdings festgestellt, dass er so nah mit den anderen Anemonenfischen verwandt ist, das die Zuordnung zu einer eigenen Gattung nicht zu rechtfertigen ist.

Die Anemonenfische haben innerhalb der Riffbarsche keine so herausgehobene Stellung, das sie eine eigenen Unterfamilie bilden können, wie bei Allen, 1991. Nach verschiedenen phylogenetischen Studien ist Amphiprion biaculeatus die basale Schwesterart aller anderen Anemonenfische oder die Schwesterart der Clownfische (A. ocellaris & A. percula) und die von ihnen gebildete Klade ist die Schwestergruppe aller anderen Anemonenfische. [1] Die wahrscheinlichen verwandtschaftlichen Verhältnisse gibt folgendes Kladogramm wieder:

* Anemonenfische
o NN
+ Samtanemonenfisch (Premnas biaculeatus)
+ Clownfische
# Falscher Clownfisch (Amphiprion ocellaris)
# Echter Clownfisch (Amphiprion percula)
o Alle anderen Anemonenfische

Arten [Bearbeiten]

Es gibt 28 Arten, die in fünf Untergattungen zusammengefasst werden. Die Arten der gleichen Untergattung unterscheiden sich meist nur durch die Färbung und lassen sich im Aquarium leicht miteinander kreuzen. Bei der Untergattung Amphiprion werden die Arten noch in zwei Gruppen unterteilt, diejenigen, die Clarks Anemonenfisch nahestehenden, die bei bräunlicher, orangegelber oder schwarzer Grundfarbe zwei deutliche Querbinden haben, und die, die dem Glühkohlen-Anemonenfisch nahestehenden, eine rote Grundfarbe und keine bzw. nur die Binde über die Kiemen aufweisen.

* Gattung Premnas
o
+ Samtanemonenfisch (Premnas biaculeatus (Bloch 1790))
* Gattung Amphiprion
o Untergattung Actinicola (Eigentliche Clownfische)
+ Echter Clownfisch (Amphiprion percula (Lacepède, 1802))
+ Falscher Clownfisch (Amphiprion ocellaris Cuvier, 1830)
o Untergattung Amphiprion, clarkii-Komplex
+ Allards Anemonenfisch (Amphiprion allardi Klausewitz, 1970)
+ Barriereriff-Anemonenfisch (Amphiprion akindynos Allen, 1972)
+ Chagos-Anemonenfisch (Amphiprion chagosensis Allen, 1972)
+ Clarks Anemonenfisch (Amphiprion clarkii (Bennett, 1830))
+ Dreiband-Anemonenfisch (Amphiprion tricinctus Schultz & Welander, 1953)
+ Madagaskar-Anemonenfisch (Amphiprion latifasciatus Allen, 1972)
+ Mauritius-Anemonenfisch (Amphiprion chrysogaster Cuvier, 1830)
+ Oman-Anemonenfisch (Amphiprion omanensis Allen & Mee, 1991)
+ Orangeflossen-Anemonenfisch (Amphiprion chrysopterus Cuvier, 1830)
+ Rotmeer-Anemonenfisch (Amphiprion bicinctus Rüppell, 1830)
+ Seychellen-Anemonenfisch (Amphiprion fuscocaudatus Allen, 1972)
o Untergattung Amphiprion, ephippium-Komplex
+ Australischer Anemonenfisch (Amphiprion rubrocinctus Richardson, 1842)
+ Glühkohlen-Anemonenfisch (Amphiprion ephippium (Bloch, 1790)))
+ McCullochs Anemonenfisch (Amphiprion mccullochi Whitley, 1929)
+ Schwarzflossen-Anemonenfisch (Amphiprion melanopus Bleeker, 1852)
+ Weissbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch (Amphiprion frenatus Brevoort, 1856)
o Untergattung Paramphiprion
+ Goldschwanz-Anemonenfisch (Amphiprion sebae Bleeker, 1853)
+ Sattelfleck-Anemonenfisch (Amphiprion polymnus (Linnaeus, 1758))
+ Weißband-Anemonenfisch (Amphiprion latezonatus Waite, 1900)
o Untergattung Phalerebus
+ Halsband-Anemonenfisch (Amphiprion perideraion Bleeker, 1855)
+ Malediven-Anemonenfisch (Amphiprion nigripes Regan, 1908)
+ Oranger Anemonenfisch (Amphiprion sandaracinos Allen, 1972)
+ Thielles Anemonenfisch (Amphiprion thiellei Burgess, 1981)
+ Weißrücken-Anemonenfisch (Amphiprion akallopisos Bleeker, 1853 )
+ Weisskäppchen-Anemonenfisch (Amphiprion leucokranos Allen, 1973)

Aquaristik [Bearbeiten]

Anemonenfische sind beliebte Pfleglinge in Meerwasseraquarien. Sie zählen zu den wenigen Meerwasser-Zierfischen, die gezüchtet werden können, und einige kommerziell interessante Arten werden in großen Fischfarmen professionell vermehrt.

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