Montag, 16. Mai 2011

Columbus Kreuzfahrtschiff Reise Travel SelMcKenzie Selzer-McKenzie


Columbus Kreuzfahrtschiff Reise Travel SelMcKenzie Selzer-McKenzie
Author D.Selzer-McKenzie

Die Columbus war ein Schiff des Norddeutschen Lloyd.
Vor dem Ersten Weltkrieg ließ der Norddeutsche Lloyd zwei große Transatlantik-Liner auf Kiel legen, welche die Namen Columbus und Hindenburg erhalten sollten, der Krieg verhinderte aber dann die Fertigstellung der Schiffe. Die Columbus musste an Großbritannien abgetreten werden, wurde in RMS Homeric umbenannt und fuhr für die White Star Line. Die Geschichte des zweiten Schiffes verlief grundlegend anders.

Die Hindenburg befand sich noch in einem so frühen Baustadium, dass sie als Kriegsbeute nicht in Frage kam. Sie wurde deshalb für den Norddeutschen Lloyd fertiggebaut. Der Bau verlief wegen der Materialknappheit schleppend. Darüber hinaus erhielt das Schiff anstelle des ursprünglich vorgesehenen Namens Hindenburg den des für das abgetretene Schiff vorgesehenen Namen Columbus. Diese Entscheidung wurde wegen der damals vorherrschenden antideutschen Stimmung getroffen.
Bau und Ausstattung [Bearbeiten]
Paul von Hindenburg besucht die Columbus in Bremerhaven im April 1924

Das Schiff sollte am 17. Juni 1922 auf der Schichau-Werft in Danzig vom Stapel laufen. Es blieb jedoch auf der Ablaufbahn hängen, und es gelang erst am 12. August 1922, den Rumpf zu Wasser zu bringen. Im November 1923 war das Schiff fertig und lief am 22. April 1924 in Bremerhaven zu seiner Jungfernreise nach New York aus. Die Columbus war im wesentlichen genauso fertiggestellt worden wie das Schwesterschiff Homeric, allerdings waren die Aufbauten nicht so aufgetürmt wie bei der Homeric. Ursprünglich hatte sie zwei relativ schlanke hohe Schornsteine und sah mit ihrem geraden Bug und dem schnittigen Heck sehr elegant aus. Der Rumpf war von fünf durchlaufenden Decks durchzogen und von 14 Schotten unterteilt. Vorne waren drei, hinten zwei Laderäume und ebenso viele Luken. Die Passagierunterkünfte hatten den bei deutschen Schiffen bekannten hohen Standard und waren in drei Klassen unterteilt. Das übliche Kontingent an Gesellschaftsräumen war vorhanden, dazu gehörten Speisesaal, Rauchzimmer, Bücherei, Veranda, Sporthalle etc. Die große Empfangshalle machte einen besonderen Eindruck.
Weggefährten [Bearbeiten]

Die Columbus war der damals größte Nachkriegsbau Deutschlands. Weggefährten der Columbus waren die München (III) und die Stuttgart (III), die jedoch um vieles kleiner waren und nur 15 Knoten liefen. Darüber hinaus hatte der Norddeutsche Lloyd noch die alte Prinzess Irene (1900), jetzt Bremen (III). 1925 kam die neugebaute Berlin (III) zu den Nordatlantikschiffen hinzu. Alle waren so erfolgreich, dass man begann, echte Schnelldampfer zu bauen. Diese hießen Bremen (1929) und Europa (1928).
Schiffsgeschichte bis zum Zweiten Weltkrieg [Bearbeiten]
Nikolaus Johnsen – Kommodore und Kapitän der Columbus (1924) und der Europa III (1930)

Am 2. August 1927 brach mitten auf dem Atlantik die Steuerbord-Propellerwelle der Columbus. Die Dampfmaschine ging wegen des fehlenden Widerstandes durch und wurde dabei so beschädigt, dass eine Reparatur nicht lohnte. Auf der Vulkan-Werft in Bremen wurde als Übergangslösung eine kleine Dreifach-Expansions-Dampfmaschine aus dem Frachtdampfer Schwaben eingebaut, so dass sie ihren Nordatlantikdienst mit reduzierter Geschwindigkeit zunächst weiterführen konnte. 1929 wurden in Hamburg zwei neue Getriebeturbinensätze mit einer Gesamtleistung von maximal 49.000 Wellen-PS eingebaut, wodurch die Geschwindigkeit auf bis zu 23 Knoten erhöht und die Columbus im inzwischen eingeführten Nordatlantik-Expressdienst des NDL eingesetzt werden konnte.

Während des Werftaufenthalts wurden auch die Passagierunterkünfte aufgearbeitet und die schlanken Schornsteine durch dickere ersetzt. Das Aussehen näherte sich dadurch demjenigen der Bremen (IV) und Europa (I) an. Letztlich war sie nicht so schnell wie die beiden anderen Schiffe, doch konnte sie sich mit ihren 22–23 kn Geschwindigkeit zu den noblen Expressdampfern zählen. Als solcher fuhr die Columbus bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und machte sich auch als Kreuzfahrtschiff einen guten Namen. Eine dieser Reisen dauerte beispielsweise 47 Tage und führte rund um Südamerika.
Das Ende des Schiffes [Bearbeiten]

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges befand sich das Schiff auf Kreuzfahrt in der Karibik. Es erhielt aus Deutschland den Befehl, unverzüglich einen neutralen Hafen außerhalb der USA anzulaufen. Jedoch gelang es erst nach mehreren vergeblichen Anläufen in verschiedenen Häfen, die überwiegend amerikanischen Passagiere in Havanna (Kuba) an Land zu bringen. Danach erreichte das Schiff mit letzten Treibstoffreserven den Hafen Veracruz in Mexiko. Am 14. Dezember 1939 lief es, durch ein deutsches Schiff betankt, wieder aus, um den Durchbruch nach Deutschland zu wagen. Der Vorschlag des Kapitäns Wilhelm Dähne an den Eigner, das Schiff in Mexiko zu verkaufen und nach Kriegsende wieder zu erwerben, wurde abgelehnt. Es bewegte sich zunächst durch die neutralen Gewässer Mexikos und der USA nach Norden, um britischen Kriegsschiffen auszuweichen. In US-Gewässern wurde das Schiff durch abwechselnde amerikanische Zerstörer begleitet, die später durch den US-Kreuzer USS Tuscaloosa abgelöst wurden. Dieser sendete stündlich unverschlüsselt die eigene Position und die Tatsache, dass sie die Columbus begleiteten. So konnte das Schiff am 19. Dezember 1939, kurz nachdem es die US-kontrollierten Gewässer verlassen hatte, von dem britischen Zerstörer HMS Hyperion entdeckt werden, der es aufbringen wollte. Der Zerstörer feuerte zwei Warnschüsse vor den Bug der Columbus. Die Besatzung wollte das wertvolle Schiff jedoch nicht in die Hände der Briten fallen lassen. Sie setzte das Schiff in Brand, öffnete die Seeventile und ging von Bord. Vier Heizer versäumten den Gang in die Boote und starben an Bord. Die Columbus sank im Atlantik, 320 Seemeilen östlich von Kap Hatteras. Die Besatzung wurde von der Tuscaloosa aufgenommen und nach New York gebracht. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren damals noch ein neutrales Land, weshalb die deutschen Seeleute als Schiffbrüchige in die USA gelangten. An Bord der Hyperion gehen zu müssen, hätte britische Kriegsgefangenschaft bedeutet.[1]

Die Mannschaft einschließlich Kapitän hätte nach Seerecht als Schiffbrüchige um Aufnahme in den USA bitten können, erklärte auf Ellis Island aber, dass sie nach Deutschland zurückkehren möchte. Daraufhin wurden 567 männliche und neun weibliche Besatzungsmitglieder in den USA, unter anderem in Kalifornien (auf Angel Island), New Mexico (Fort Stanton) und Süddakota interniert. Die meisten kamen erst nach dem Kriegsende 1945 zurück nach Bremen. Einige blieben in Amerika.

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