Montag, 28. Dezember 2015

Fernsehsound von morgen


Fernsehsound von morgen

Author D.Selzer-McKenzie

Video: https://youtu.be/ils40e3SYeQ

Mit der neuen Audiotechnologie wird das heimische Wohnzimmer bei Sportübertragungen zum Stadion: Die Zuschauer fühlen sich dank 3D-Ton nicht nur mitten in das Geschehen auf dem Spielfeld versetzt, sondern sie können auch zwischen verschiedenen Audioelementen auswählen und so zum Beispiel zwischen dem Kommentar der Heim¬oder Gastmannschaft wechseln oder die Stadionatmosphäre pur genießen. Dank des neuen Audiostandards MPEG-H 3D Audio kann künftig jeder Zuschauer auch eigenständig die Lautstärke der Kommentatoren regeln — und das unabhängig von der Stadionatmosphäre.

 

Der MPEG-H 3D Audio Standard bietet verschiedene Mög-lichkeiten, den Ton zu übermitteln: Die einzelnen Audiokanäle können — wie bisher auch — direkt übertragen werden oder als szenenbasierte Darstellung des Audiosignals (Higher Order Ambisonics). Zusätzlich lassen sich die einzelnen Elemente des Audiosignals als Audioobjekte senden. »In der Praxis ist zu erwarten, dass sich das Audiosignal künftig aus einer kanal-oder szenenbasierten Beschreibung von Musik und Effekten, dem Klangbett und einigen Audioobjekten, die hauptsächlich Sprachelemente enthalten, zusammensetzen wird«, sagt Rose

 

»Die individuelle Einstellung des Tons erfolgt auch durch den Nutzer auf dem Fernseher zuhause und nicht wie bisher ausschließlich vom Sender. Diese Technik nennt man objekt-basierte Audioübertragung«, erläutert Matthias Rose vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen, das die Technologie federführend entwickelt. Zudem ermög¬licht die neue Technik auch — bei entsprechender Ausstattung mit Lautsprechern — ein dreidimensionales Klangerlebnis im heimischen Wohnzimmer. »So ist der Zuschauer viel stärker in die Handlung eingebunden«, betont Rose.

 

Bis der Fernsehzuschauer den neuen Sound im heimischen Wohnzimmer genießen kann, wird es allerding noch ein paar Jahre dauern. Zunächst wird die neue Technologie für den Einsatz im Rundfunk standardisiert, bevor sie dann von den Sendern genutzt und von den Geräteherstellern eingebaut werden kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.