Montag, 21. Dezember 2015

Rohstoffe: Stabilisierung, keine Trendwende


Rohstoffe: Stabilisierung, keine Trendwende

Author D.Selzer-McKenzie

Video: https://youtu.be/8NJsw0TPW98

Nach langen Verlustphasen dürften die Preise für Erdöl und einige Industriemetalle ihren Boden gefunden haben - 2016 könnte sich hier sogar leichtes Aufwärtspotenzial bieten. Die Aussichten für Gold ningegen verlieren im Zuge eines wahrscheinlichen Zinsanstiegs in den USA weiter an Glanz.

 

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as Jahr 2015 wird den meisten Rohstoff¬anlegern in keiner guten Erinnerung bleiben: Die Preise für Öl, Gold, Kupfer oder Co. fielen auf breiter Front und setzten damit ihren Abwärtstrend fort. Der Hauptgrund für den Preisverfall war auf der An-gebotsseite zu finden: Die erheblichen Investiti-onen von Minen- und Ölunternehmen in den Boomjahren bis 2011/2012 führten in vergange¬ner Zeit zu großen Angebotsüberhängen. Hinzu kam die zunehmende Stärke des US-Dollar, die ebenfalls preisdämpfend wirkte. Beide Fak¬toren — Überangebot und Dollarstärke — sollten auch am Jahresbeginn 2016 die Rohstoffmärk¬te prägen. Erst im weiteren Jahresverlauf scheint eine Stabilisierung auf moderaten Ni¬veaus möglich, wobei konkrete Preisprognosen mit großen Unsicherheiten behaftet bleiben.

Vorsichtiger Optimismus bei Öl

Beim Ölpreis sieht die Deutsche Bank mittler¬weile die Tiefststände erreicht. Zwar ist weiter¬hin mit kurzfristigen Ausreißern nach unten zu rechnen, der Abwärtstrend der vergangenen 15 Monate scheint aber gestoppt. Im Jahresver¬lauf 2016 sollte sich dieser Stabilisierungstrend fortsetzen. Grund dafür ist die sukzessive Annä¬herung von Angebot und Nachfrage weltweit.

Auf der Angebotsseite dürfte sich der er-wartete Rückgang der Förderquoten in den

Öl: Tiefststände scheinen erreicht Begrenztes Potenzial: Preistrends und -prognosen für wichtige Rohstoffe in US-Dollar.

 

         Angebotsüberhänge und US-Dollar-Stärke belasten die Märkte.

         Ölpreis dürfte Boden gefunden haben - steigende Notierungen möglich.

         Gold steht weiter unter Druck-Besserung nicht in Sicht.

USA auf die Preise durchschlagen. Schon heu¬te sind von den einst rund 1.600 US-Ölförder-anlagen nur noch etwas mehr als 555 in Be¬trieb. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC). Zwar haben die 12 Mitgliedsstaaten Anfang Dezember 2015 erneut beschlossen, ihre Förderung nicht zu drosseln. Wie sie sich auf ihrer kommenden Sitzung im Juni 2016 ent¬scheiden, ist jedoch völlig offen. Zumal mit dem Auslaufen der Sanktionen gegen das OPEC-Mitglied Iran in diesen Monaten ein alter Player neu an den Markt drängt. Nachfrage¬seitig könnte insbesondere Chinas florierender Konsum die Ölpreise stützen.

Trotz erheblicher Marktunsicherheiten und globaler Lagerbestände auf Rekordniveau er¬wartet die Deutsche Bank für das Jahr 2016 ei¬nen leicht steigenden Ölpreis.

 

Kaum Aufwärtspotenzial bei Gold

Bei Gold sollte der Preisdruck weiter hoch blei¬ben. Hauptgrund dafür ist ein Zinsanstieg in den USA: Da ein Goldinvestment weder Zinsen abwirft noch Dividenden zahlt, werden Zinsan¬lagen wie US-Staatsanleihen im Vergleich inte¬ressanter. Hinzu kommt, dass Gold seinen Sta¬tus als Krisenwährung seit einiger Zeit eingebüßt zu haben scheint: Von der Verunsi¬cherung an den Kapitalmärkten konnte der Goldpreis im Jahr 2015 nicht profitieren — im Gegenteil, er verlor. Eine Umkehr dieser Ent¬wicklung ist derzeit nicht in Sicht.

Auch bei den Industriemetallen sieht die Deutsche Bank auf breiter Front kaum Preis-potenzial. Und das, obwohl 2016 mit einem An-ziehen der globalen Konjunktur zu rechnen ist —theoretisch ein starkes Argument für steigende Nachfrage und Preise. Ein solcher Anstieg dürf¬te aufgrund der Angebotsüberhänge jedoch be-grenzt bleiben. Einzelne Metalle wie Aluminium könnten ihr Preisniveau zumindest stabilisieren.

Insgesamt könnten die Rohstoffmärkte für Anleger im Jahresverlauf wieder etwas stärker in den Fokus rücken. Insbesondere dort, wo das Überangebot abgebaut werden kann, sind moderate Preissteigerungen möglich. Auf¬grund der erwarteten Schwankungsintensität erscheinen Investments in einzelne Rohstoffe aber nach wie vor sehr risikobehaftet.

 

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