Sonntag, 20. März 2016

Kochen und Backen mit Selzer-McKenzie


Kochen und Backen mit Selzer-McKenzie

https://youtu.be/7uvQMV0wXUU

 

 

Schneller als dieses dürfte kaum ein Sonntagsgericht auf den Tisch zu zaubern sein.

Zudem läuft das zarte Fleisch in der cremigen Pilzsauce zu absoluter Höchstform auf

            1 Zwiebel    Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 430 kcal • 35 Min. Zubereitung

300g Champignons

            1 Bund Petersilie Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Pilze putzen, wenn

            600g Schweinelende      nötig, mit Küchenpapier trocken abreiben und in Scheiben schneiden.

            4EL Butterschmalz           Petersilie waschen und trocknen, die Blättchen abzupfen und fein

            Salz • Pfeffer         hacken. Das Fleisch abtupfen und in ca. 3 cm breite Stücke schneiden.

100 ml trockener Weißwein

            125 ml Fleisch- oder       In einer Pfanne 2 EL Butterschmalz erhitzen. Die Filetscheiben

            Gemüsebrühe       hineinlegen und von beiden Seiten je 3-4 Min. anbraten. Salzen und

            200g Sahne pfeffern, herausnehmen und abgedeckt beiseitestellen. Restliches

Butterschmalz in die Pfanne geben und die Zwiebelwürfel darin 1 Min. anbraten. Die Pilze hinzufügen und bei großer Hitze unter zeitweili-

gem Rühren ca. 5 Min. kräftig anbraten.

3. Mit Weißwein ablöschen, verdampfen lassen, Brühe und Sahne dazugießen und aufkochen. Die Sauce bei großer Hitze sämig ein-kochen. Mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken. Die Petersilie unterrühren. Die Filetscheiben in der Sauce noch einmal ca. 3 Min. erhitzen. Dazu passen Spätzle oder Bandnudeln und Salat.

 

 

 

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Sauerbraten

»Sauer macht lustig«, sagen die Schwaben. »Wir sind schon lustig«, sagen die

Rheinländer und schmecken die Sauce zum Sauerbraten süß ab. Welcher Fraktion er angehört,

darf bei diesem Rezept jeder selbst bestimmen — mit dem Zuckerlöffel.

 

Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 545 kcal

1 Std. Zubereitung • 3 Tage Marinieren • 2 Std. Garen

1.        Das Fleisch abtupfen und in einen großen Gefrierbeutel legen. Für die Marinade 1 Zwiebel schälen und grob würfeln. Piment, Pfeffer-und Senfkörner, Wacholder und Gewürznelken in einem Mörser grob zerstoßen. Zwiebelwürfel, Gewürze, Lorbeer, Rotwein und Essig zum Fleisch in den Gefrierbeutel geben. Den Gefrierbeutel gut verschließen. Im Kühlschrank 3 Tage durchziehen lassen.

2.        Nach 3 Tagen das Fleisch aus der Marinade nehmen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Die Marinade durch ein Sieb gießen. Die zweite Zwiebel schälen und grob würfeln. Möhre und Sellerie putzen, schälen und in grobe Stücke schneiden. In einem Bräter das Butterschmalz erhitzen. Das Fleisch hineingeben und von allen Seiten bei mittlerer Hitze ca. 8 Min. anbraten. Zwiebel-, Möhren- und Selleriewürfel dazugeben und 1-2 Min. mit anrösten. Das Tomaten¬mark hinzufügen und kurz mitbraten. Mit etwas Marinade ablöschen, einkochen und den Bratensatz am Boden loskratzen.

3.        Wieder etwas Marinade dazugießen, aufkochen. Bei kleiner Hitze mit geschlossenem Deckel schmoren, dabei immer wieder etwas Marinade dazugießen, sodass immer nur ca. 2 cm hoch Flüssigkeit im Bräter steht. Das Fleisch hin und wieder wenden. Nach 1,5 Std. mit einer Fleischgabel hineinstechen. Lässt sich die Gabel leicht herauszie¬hen, ist der Braten gar. Geht die Gabel nur schwer heraus, das Fleisch noch weitere 30 Min. schmoren.

4.        Inzwischen die Petersilie waschen, trocken schütteln, Blättchen fein hacken. Den Braten aus dem Bräter nehmen und abgedeckt warm stellen. Die Sauce durch ein Sieb in einen kleinen Topf pas¬sieren. Aufkochen, evtl. etwas einkochen, dann mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Den Braten in Scheiben schneiden, mit Petersilie bestreuen und mit der Sauce servieren. Dazu passen Spätzle.

 

 

 

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Rinderrouladen

überraschungs-Fleischpäckchen: Was drin war, konnte nach Lust und Laune

der Köchin schon mal variieren. Hier hält Speck die Rollen saftig, Gurken und Senf sorgen für

die pikant-säuerliche Note. Zu Recht ein Klassiker unter den Rouladenfüllungen!

 

Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 515 kcal 30 Min. Zubereitung • 1 Std. 20 Min. Garen

Die Cornichons in Scheiben schneiden. Die Fleischscheiben nebeneinander auf die Arbeitsfläche legen, salzen und pfeffern. Mit je 1 TL Senf bestreichen. Speckscheiben darauflegen und die Gurkenscheiben darauf verteilen. Die Fleischscheiben aufrollen und mit Küchengarn binden oder mit Rouladennadeln oder Zahn¬stochern feststecken.

Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Das Öl in einem Bräter oder weiten Topf erhitzen. Rouladen von außen salzen, pfeffern und dünn mit Mehl bestäuben. Die Rouladen von allen Seiten bei großer Hitze 1-2 Min. anbraten. Zwiebelwürfel dazugeben und kurz mit-rösten. Tomatenmark dazugeben und unterrühren, dann mit der Hälfte des Rotweins ablöschen. Einkochen, dann ein weiteres Mal mit dem Rotwein ablöschen. Brühe dazugießen, Lorbeerblatt dazu¬geben und alles aufkochen. Im geschlossenen Bräter bei kleiner Hitze ca. 1 Std. 20 Min. leise kochen lassen.

3 Die gegarten Rouladen aus dem Bratenfond nehmen und abge¬deckt warm halten. Den Bratenfond durch ein Sieb passieren und auf ca. 200 ml Sauce einkochen. Die kalte Butter in Flöckchen mit einem Schneebesen einrühren. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu passen Bandnudeln.

Küchenheftertipp Die einen schwören auf Küchengarn, die anderen auf Rouladennadeln. Neben diesen zwei klassischen Möglichkeiten, die Rouladen beim Schmoren vor dem Aufgehen zu bewahren, gibt es aber inzwischen noch eine dritte: Rouladenklammern. Sie lassen sich ohne Geknote und Gepikse mit einem Handgriff um die Rouladen klemmen und halten Fleisch und Füllung fest umschlossen. Übrigens lassen sie sich auch für Krautwickel prima verwenden.

 

 

 

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Gänsekeulen

Bis zum Martinstag am 11. November watschelten früher die Gänse über die Bauernhöfe, um dann nach und nach zu verschwinden und als deftige

Winterbraten auf den Tisch zu kommen. Aber es muss nicht immer der ganze Vogel sein: Die Keulen lassen sich mit weniger Aufwand zubereiten.

 

 

 

Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 795 kcal 50 Min. Zubereitung • 2 Std. Garen

1.        Die Zwiebeln schälen und grob würfeln. Das Suppengrün putzen, waschen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Den Apfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen. Die Gänsekeulen kalt abspülen und trocken tupfen. Das sichtbare Fett auf der Keulenunterseite wegschnei¬den. Das Butterschmalz in einem Bräter erhitzen, Keulen hineingeben und bei mittlerer Hitze rundherum ca. 10 Min. anbraten. Salzen und pfeffern, herausnehmen. Bratfett bis auf 3 EL wegschütten.

2.        Den Backofen auf 200° (Umluft 180°) vorheizen. Die Zwiebel¬würfel und das Suppengrün in das verbleibende Bratfett geben und ca. 3 Min. anrösten. Apfelviertel hinzufügen. Mit Rotwein ablöschen und den Bratensatz mit einem Pfannenwender vom Boden des Brä-ters lösen. Den Wein etwas einkochen, dann den Geflügelfond und 100 ml Wasser dazugießen und aufkochen. Die Keulen hineinlegen. Den Rosmarin waschen und mit den Lorbeerblättern dazugeben.

3.        Den Bräter verschließen und in den Ofen schieben. Die Keulen 1 Std. 30 Min. garen, dabei zwischendurch 3- bis 4-mal wenden, sodass sie gleichmäßig in der Flüssigkeit liegen. Den Deckel abnehmen und die Keulen weitere 20 Min. offen garen, dabei 2- bis 3-mal mit der Sauce begießen. Weitere 10 Min. offen garen, ohne das Fleisch zu über¬gießen, sodass die Haut knusprig werden kann. Die Keulen heraus¬heben und abgedeckt warm stellen.

4.        Die Sauce durch ein Sieb in einen kleinen Topf gießen, dabei die Rückstände im Sieb gut ausdrücken. Die Sauce bei großer Hitze ein-kochen. Die Stärke mit 2-3 EL Wasser anrühren, in die kochende Flüs-sigkeitgießen, einmal aufkochen, sodass die Sauce andickt. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu passen Rotkohl (siehe Seite 49) und Kartoffelknöde

 

 

 

 

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neumodische Konkurrenz durch Panna cotta, Crme brüle & Co. hat

die gute alte Bayrisch Creme gelassen hingenommen. Hier ist sie wieder, ebenso cremig und

vanilleduftend wie damals, als sie zu besonderen Feiertagen auf den Tisch kam.

 

Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 405 kcal 1 Std. Zubereitung • 3 Std. Kühlen

1.        Für die Creme die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen. Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen, das Mark herauskratzen. Vanilleschote und -mark mit der Milch aufkochen. Inzwischen die Eigelbe und den Zucker in einer Schüssel mit den Quirlen des Hand-rührers sehr schaumig rühren. Die kochend heiße Vanillemilch lang¬sam unter Rühren in die Eigelb-Zucker-Creme gießen. Diese Mischung zurück in den Topf geben. Bei kleiner Hitze und unter ständigem Rühren so lange erhitzen, bis die Creme leicht dicklich wird. Aufpas¬sen, dass die Creme nicht am Topfboden ansetzt und gerinnt.

2.        Die Gelatineblätter ausdrücken und in der heißen Vanillecreme unter Rühren auflösen. Creme durch ein Sieb in eine Schüssel gießen und ganz abkühlen lassen, dabei ab und zu umrühren. Sobald die Creme kalt ist und anfängt, fest zu werden, die Sahne steif schlagen und behutsam unterheben. Vier Förmchen oder Tassen mit kaltem Wasser ausspülen und die Creme hineinfüllen. Zum Festwerden 2-3 Std. in den Kühlschrank stellen.

3.        Etwa 30 Min. vor dem Servieren die Beeren verlesen, vorsich¬tig waschen und abtropfen lassen. Erdbeeren entkelchen und nach Belieben klein schneiden. Die Beeren in eine Schüssel geben und mit dem Zucker bestreuen. Etwa 20 Min. Saft ziehen lassen. Die Förmchen aus dem Kühlschrank nehmen, kurz in heißes Wasser setzen und die Puddinge auf Teller stürzen. Mit den gezuckerten Beeren anrichten.

Verwandlungstipps

Vanillecreme immer wieder anders: Für nussiges Aroma 50 g Hasel¬nüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften. Abgekühlt fein hacken und vor der Sahne unterziehen. Oder 2-3 EL Maraschino

 

 

 

 

6

Schokoladenpudding

Rätsel der Kindheit: Weshalb musste man beim Schokoladenkuchen

voller Ungeduld abwarten, bis er abgekühlt war, während Schokoladenpudding

warm gegessen werden durfte? Lange gefragt haben wir allerdings nicht.

Dafür waren wir zu sehr damit beschäftigt, den dunklen, süßen Traum zu verspeisen.

 

80g Löffelbiskuits 50g Bitterschokolade (mind. 70 % Kakaoanteil)

60 g weiche Butter 4 Eier 50g Zucker 100 ml Milch

Außerdem:

Butter und Semmelbrösel

für die Form

 

 

Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 430 kcal 30 Min. Zubereitung • 1 Std. 15 Min. Garen

Eine Puddingform mitsamt Deckel gründlich einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Einen hohen Kochtopf, in dem die Pud¬dingform bei aufgelegtem Deckel Platz findet, zur Hälfte mit Wasser füllen und das Wasser aufkochen. Die Löffelbiskuits in einen Gefrier¬beutel geben und mit dem Nudelholz fein zerbröseln.

2, Die Schokolade fein reiben. Die weiche Butter mit den Quirlen des Handrührers gut schaumig rühren. Die Eier trennen. Eigelbe und Zucker zur Butter geben und alles 2 Min. gründlich verrühren. Biskuitbrösel mit der Milch vermischen und mit der Schokolade unter die Eigelbcreme rühren. Eiweiße zu steifem Eischnee schlagen und behutsam unterheben.

3.        Die Masse in die. Puddingform füllen und den Deckel verschließen. Die Form in den Topf mit kochendem Wasser stellen. Das Wasser soll gut bis zur Hälfte der Form reichen. Den Pudding 1 Std. bei kleiner Hitze kochen lassen. Dabei muss das Wasser ständig leicht sprudeln.

4.        Nach 1 Std. den Deckel der Puddingform abnehmen und mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Pudding gar ist. Bleibt noch Teig am Stäbchen hängen, den Pudding noch 10-15 Min. weiterga¬ren. Die Form aus dem Wasserbad nehmen und 5 Min. stehen lassen. Den Pudding mit einem kleinen Messer vom Rand der Form lösen und auf eine Platte stürzen. Sofort servieren.

Serviertipps

Servieren Sie zum Schokoladenpudding Vanillesauce (siehe Seite 138 oder Schokoladensauc

 

 

 

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Götterspeise

Als bäuerlich, grob, weniger wertvoll als das feine Weißbrot galt Schwarzbrot früher.

Nur in Pommern wusste man, dass es als Speise für die Götter taugt: wenn es sich in Form von Knusperbröseln mit sommerlicher Kirschenwonne und kühler Sahnecremigkeit verbindet.

 

 

 

Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 650 kcal 25 Min. Zubereitung • 1 Std. Abkühlen

1.        Den Pumpernickel in Stücke brechen und im Blitzhacker oder mit einem Messer grob zerkrümeln. Butter in einer Pfanne schmel¬zen und die Brotkrümel darin ca. 2 Min. unter Rühren anbraten. 1 Päckchen Vanillezucker bestreuen und alles leicht karamellisieren. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Brotkrümel abkühlen lassen.

2.        Die Kirschen waschen, abtropfen lassen, entstielen und entsteinen. Den Zucker bei mittlerer Hitze langsam schmelzen lassen. Dabei nich-. umrühren. Sobald der geschmolzene Zucker anfängt, sich hellbraun zu verfärben, die Kirschen zugeben (Achtung, das kann spritzen!) und 5-10 Min. unter Rühren schmoren, bis sich der Karamell wieder aufgelöst hat. Das Kirschwasser (falls verwendet) unterrühren und die Kirschen in ca. 1 Std. vollständig abkühlen lassen. Einige für die Garnitur beiseitelegen.

3.        Die Sahne ganz steif schlagen und mit dem zweiten Päckchen Vanillezucker süßen. Abwechselnd die abgekühlten Schwarzbrot¬krümel, das abgekühlte Kirschkompott und die Sahne in eine Schüssel schichten, die oberste Schicht soll Sahne sein. Mit den beiseitegelegten Kirschen verzieren.

 

 

 

 

Austauschtipp

Leider ist die Saison heimischer Kirschen nur sehr kurz. Auch wenn dieses Dessert mit frischen Früchten am besten schmeckt, können Sie auf Kirschen aus dem Glas ausweichen. Verwenden Sie 1 Glas Schat-tenmorellen

 

 

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            137

Kirschenplotzer

Dem Auflauf mit der goldbraunen Kruste und der Kirschenherrlichkeit im Innern sieht man

die schnöde Herkunft als Resteverwertung nicht mehr an. Kein Wunder, dass so mancher

absichtlich viel zu viele Brötchen zum Frühstück einkauft. Denn dann hat man

am nächsten Tag einen Grund, mal wieder einen Kirschenplotzer in den Ofen zu schieben!

 

Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 790 kcal 40 Min. Zubereitung • 1 Std. Backen

1.        Die Brötchen in grobe Würfel schneiden und in eine große Schüs¬sel geben. Die Milch erwärmen und darübergießen. Einige Minuten einweichen. Inzwischen die Butter und 40 g Zucker mit den Quirlen des Handrührers gut schaumig rühren. Die Eier trennen. Eigelbe, Gewürze, Kakao und das Kirschwasser (falls verwendet) unterrühren. Eiweiße mit übrigem Zucker zu steifem Eischnee schlagen. Behutsam unter die Eigelbcreme heben.

2.        Den Backofen auf 180° (Umluft 160°) vorheizen. Die Kirschen waschen und gut trocken tupfen, aber nicht entsteinen (sie würden sonst zu viel Saft verlieren). Die weiche Brötchenmasse gut unter die Butter-Eier-Masse rühren, dann die Kirschen kurz untermischen.

3.        Eine große Auflaufform (ca. 30 cm Länge, ersatzweise eine Spring-form mit 26cm 0) einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Die Auflaufmasse hineingeben und glatt streichen. Die Mandeln grob hacken und daraufstreuen. Den Auflauf im heißen Ofen 55-60 Min. backen, bis die Kruste hellbraun und knusprig ist. Dazu passt Vanille¬sauce (siehe Seite 138).

Austauschtipps

Nicht genügend Brötchen vom gestrigen Frühstück übrig geblieben? Sie können sie auch zur Hälfte durch Zwieback ersetzen.

Im Sommer ist das ein tolles Rezept für frische Kirschen. Zum Glück muss man im Winter aber nicht auf den Kirschenplotzer verzichten, denn mit Kirschen aus dem Glas geht's auch: 1 Glas Schattenmorel¬len (370 g Abtropfgewicht) nehmen, die Kirschen auf einem Sieb gut abtropfen lassen und mit der Brötchenmischung einschichten.

 

 

9

Ofenschlupfer

Nicht nur altbackenes Brot erlebt im Ofenschlupfer einen zweiten Frühling.

Auch die Äpfel, die im Garten von der Wiese geklaubt werden,

werden darin von »2. Wahl« zu »erste Sahne« befördert. Ein Beweis dafür,

dass Sparsamkeit mitunter die besten Rezepte hervorbringt.

 

 

 

 

Für 4 Portionen • Pro Portion ca. 735 kcal 40 Min. Zubereitung • 45 Min. Backen

I. Den Backofen auf 200° (Umluft 180°) vorheizen. Eine Auflaufform mit hohem Rand (ca. 30 cm Länge) einfetten. Die Rosinen in Rum oder Apfelsaft einweichen.

2.        Die Brötchen in dünne Scheiben schneiden. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Sahne, Milch, Eier, Zucker und Vanillemark verquirlen. Die Äpfel waschen, trocknen, vierteln und ohne Kerngehäuse in dünne Spalten schneiden.

3.        Die Brötchenscheiben abwechselnd mit den Apfelspalten in die Form geben, dabei jede Schicht mit Rosinen bestreuen. Die letzte Schicht soll aus Brötchenscheiben bestehen. Die Eiersahne darüber-gießen. Den Auflauf mit Mandelblättchen bestreuen und die Butter in Flöckchen darübergeben. Im heißen Ofen (Mitte) ca. 45 Min. backen, dabei zwischendurch mit Backpapier abdecken, falls der Auflauf zu stark bräunt. Herausnehmen, mit Puderzucker bestreuen und noch warm servieren. Dazu passt Vanillesauce (siehe Seite 138).

Austauschtipp

Es müssen nicht immer Äpfel sein: Der Ofenschlupfer schmeckt auch mit entsteinten Kirschen, Pflaumen oder Aprikosen fein. So wird er zum Lieblingsrezept fürs ganze Jahr und jede Früchtesaison.

Küchenpraxistipp

Die ausgekratzte Vanilleschote nicht wegwerfen — sie liefert Ihnen besten hausgemachten Vanillezucker. Legen Sie sie einfach in ein Schraubglas, das Sie mit feinem Zucker auffüllen. Nach ein paar Tagen hat der Zucker das Vanillearoma angenommen und lässt sich verwen-den wie Vanillezucker aus dem Päckchen.

 

 

 

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Mohnstiezel

Extrasaftig wird der Hefeteig durch die Mohnfüllung, die jede Scheibe des Striezels ein bisschen anders marmoriert. Was so kunstvoll aussieht, ist tatsächlich viel schneller gemacht, als man denken könnte.

 

Für 1 Kastenform (ca. 20 Stücke) • Pro Stück ca. 220 kcal 50 Min. Zubereitung • 1 Std. 5 Min. Ruhen • 35 Min. Backen

1.        Für den Teig die Milch lauwarm erhitzen. Das Mehl in eine Schüs¬sel geben, in die Mitte eine Mulde drücken. Hefe hineinbröckeln, mit 3 EL Milch, 1 TL Zucker und etwas Mehl vom Rand verrühren. Vorteig zugedeckt an einem warmen Ort 15 Min. gehen lassen. Danach übrige lauwarme Milch, restlichen Zucker, weiche Butter in Flöckchen, Ei und 1 kräftige Prise Salz dazugeben. Erst mit den Knethaken des Handrüh-rers, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Kräftig kneten, bis er sich vom Schüsselrand löst. In ca. 40 Min. zugedeckt an einem warmen Ort bis zur doppelten Größe gehen lassen.

2.        Inzwischen für die Mohnfüllung die Rosinen in Rum oder Apfel¬saft einweichen. Sahne und Honig in einem kleinen Topf aufkochen, Mohn hineingeben und unter Rühren bei mittlerer Hitze zu einem dicken Brei kochen. Abkühlen lassen, dann Zitronenschale, Ei und die abgetropften Rosinen unterrühren. Den Teig einmal kräftig durchkne¬ten, auf wenig Mehl zu einem Rechteck von ca. 35 x45 cm ausrollen. Mohnfüllung daraufstreichen und Teig von der breiten Seite her auf¬rollen. Die Rolle mit einem scharfen Messer der Länge nach halbieren, die beiden Stränge umeinanderschlingen. Eine Kastenform mit Back¬papier auslegen und den Striezel hineinlegen. 10 Min. gehen lassen. Den Backofen auf 200° (Umluft 180°) vorheizen. Eigelb und Milch verquirlen, den Striezel damit bestreichen. Im Ofen (unten) 35 Min. backen, dabei evtl. zwischendurch abdecken, falls er zu stark bräunt.

Variante: Nussstriezel

Für eine Nussfüllung 250 g gemahlene Haselnusskerne, 125 g Sahne, 1 Ei, 100 g Zucker, 1 kräftige Prise Zimtpulver und 1 TL abgeriebene Schale von 1 Bio-Orange verrühren. 1 kleinen säuerlichen Apfel schä¬len, vierteln, ohne Kerngehäuse grob dazuraspeln. Den Striezel damit füllen. Nach dem Backen den noch heißen Striezel mit 1-2 EL erwärm¬ter Aprikosenkonfitüre bestreichen, abkühlen lassen.

 

 

 

 

 

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Donauwellen

Plötzlich war er da, dieser üppig geschichtete Kuchen — und zwar überall: auf Kuchenbüfetts in

Schule und Kirche, beim Gartenfest und auf der Kaffeeklatschtafel. Nachbarinnen

und Freundinnen übertrumpften sich gegenseitig mithilfe von Creme und

Schokoguss. Uns Kindern war das egal. Wir liebten den Kuchen, egal wer ihn gebacken hatte.

 

Für 1 Backblech (ca. 20 Stück) • Pro Stück ca. 435 kcal

1 Std. 15 Min. Zubereitung • 1 Std. Abkühlen • 40 Min. Backen

1.        Für den Teig weiche Butter und Zucker mit den Quirlen des Hand-rührers sehr schaumig schlagen. Ein Ei nach dem anderen und 1 Prise Salz unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und portionsweise unterrühren. Die Kirschen auf ein Sieb geben und gut abtropfen lassen.

2.        Den Backofen auf 180° (Umluft 160°) vorheizen. Ein Backblech einfetten. Zwei Drittel des Teiges darauf verstreichen. Unter den restlichen Teig Milch und Kakao rühren. Den dunklen Teig auf dem hellen verstreichen. Die Kirschen darauf verteilen. Im Ofen (Mitte) ca. 40 Min. backen. Herausnehmen und ganz abkühlen lassen.

3.        Inzwischen für die Vanillecreme das Puddingpulver mit Zucker und 6 EL Milch glatt rühren. Restliche Milch aufkochen, angerührtes Puddingpulver dazugießen und unter Rühren einmal aufkochen. Den Pudding in eine Schüssel umfüllen und mit Frischhaltefolie bedecken (das verhindert, dass er eine Haut bekommt). 30-45 Min. abkühlen lassen, bis er gerade noch lauwarm ist.

4.        Weiche Butter mit den Quirlen des Handrührers sehr schaumig schlagen. Den noch lauwarmen Pudding esslöffelweise unter die Butter rühren (weder Butter noch Pudding dürfen zu kalt sein, sonst gerinnt die Buttercreme). Die Buttercreme auf dem erkalteten Teigboden glatt streichen und den Kuchen 30 Min. kalt stellen.

5.        Für den Schokoladenguss die Kuvertüre hacken, mit dem Kokosfett in eine Metallschüssel geben und über dem heißen Wasserbad schmel¬zen. Ca. 10 Min. abkühlen lassen, dann auf der festen Puddingcreme verstreichen. Mit einem gewellten Tortenkamm oder einer Gabel wel¬lenförmige Linien in den Schokoladenguss ziehen. Fest werden lassen.

 

 

 

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Träubleskuchen

Locker türmt sich weißes Baiser über den Beeren und sorgt auf der Zunge für einen

süßen Ausgleich zur frischen Säure. Es gibt Kombinationen, die so perfekt sind, dass sie unverändert

von Generation zu Generation weitergegeben werden. Diese ist eine davon.

 

Für 1 Springform (26 cm 0, ca. 12 Stück) • Pro Stück ca. 375 kcal 1 Std. Zubereitung • 30 Min. Kühlen • 1 Std. 10 Min. Backen

I. Für den Teig das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben. In die Mitte eine Mulde drücken, Zucker und 1 Prise Salz daraufstreuen und das Ei hineingeben. Butter in Flöckchen auf dem Rand verteilen. Alle Teig-zutaten vom Rand aus rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig in Folie gewickelt 30 Min. kalt stellen.

2.        Den Backofen auf 180 (Umluft 160°) vorheizen. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen. Eine Springform einfetten und mit dem Teig auskleiden, dabei einen 3 cm hohen Rand bilden. Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen, mit Backpapier belegen und mit getrockneten Hülsenfrüchten beschweren. Im Back¬ofen (unten) 20 Min. vorbacken. Herausnehmen und das Backpapier mitsamt den Hülsenfrüchten entfernen. Backofen nicht abschalten.

3.        In der Zwischenzeit für den Belag die Johannisbeeren waschen, trocken tupfen und von den Rispen streifen. Die Eiweiße zu ganz steifem Eischnee schlagen, den Zucker dazugeben und weitere 5 Min. schlagen. Speisestärke unterrühren. 4 EL des Eischnees beiseitestellen. Die Beeren behutsam unter den Rest Eischnee heben.

4.        Die Semmelbrösel auf den Kuchenboden streuen. Die Johannis-beerfüllung daraufgeben und glatt streichen. Den beiseitegestellten Eischnee darauf verteilen. Weitere ca. 50 Min. backen, dabei zwischen¬durch mit Backpapier abdecken. Das Baiser sollte nur ganz leicht gelblich sein. Den Kuchen herausnehmen und auf einem Kuchengitter in der Form vollständig auskühlen lassen.

 












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