Freitag, 27. März 2009

Papagei Amazonen-Papagei Tiere Animals Natur SelMcKenzie Selzer-McKenzie



Amazonen-Papageien
Author Selzer-McKenzie
Die Filmbilder hat der Author in Nicarague gedreht
Die Amazonenpapageien (Amazona) sind mit 31 rezenten Arten die größte Gattung der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und der Ordnung der Papageien (Psittaciformes). Das Verbreitungsgebiet der Amazonenpapageien reicht vom Süden Mexikos und den Karibikinseln bis nach Uruguay und in den Norden von Argentinien. Ihr Verbreitungsschwerpunkt sind die tropischen Zonen Süd- und Mittelamerikas. Innerhalb dieses großen Verbreitungsgebietes bewohnen sie neben Regenwäldern so unterschiedliche Lebensräume wie Savannen- und Halbwüstengebiete, aride Trockenwälder und bewaldete Sumpfgebiete.

Nicht weniger als sechzehn Arten, die dieser Gattung zugerechnet werden, sind in ihrem Bestand gefährdet, stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht.[1] Es handelt sich dabei vor allem um die auf Karibikinseln vorkommenden endemischen Arten. Großflächige Lebensraumzerstörung und der Fang für den Handel haben die Bestände einiger Arten stark reduziert.
Amazonenpapageien sind mittelgroße bis große Papageien. Die kleinste Art ist die Rotspiegelamazone, die ausgewachsen eine Körperlänge von 25 Zentimeter erreicht. Die Kaiseramazone gilt mit einer Körperlänge von 45 Zentimeter als die größte Art dieser Gattung. Zu den auffälligen Merkmalen gehört der kräftige gekrümmte Schnabel, der gelenkartig mit dem Schädel verbunden und der somit für alle Papageien charakteristisch ist. Bei Amazonenpapageien ist der Schnabel hornfarben, dunkelgrau bis schwarz und bei einer Art, der Taubenhalsamazone, sogar rot. An der Schnabelbasis findet sich eine leicht hervortretende Haut, die so genannte Wachshaut. Die mit Tastkörperchen versehene Zunge ist muskulös, die Füße werden als Greiforgan verwendet. Die zwei mittleren Zehen sind nach vorne gerichtet; die erste und die vierte dagegen nach hinten – auch das ist für alle Papageien charakteristisch. Bei Amazonen ist darüber hinaus die Schädelkapsel vollständig, was als Hinweis auf ihre nahe verwandtschaftliche Beziehung zur Gattung der Rotsteißpapageien hinweist. [2] Ein weiteres gattungstypisches Merkmal ist der mit so genannten Feilkerben versehene Gaumen der Amazonen. Diese Feilkerben schärfen die Schneide des Unterschnabels und dienen zum Festhalten sowie zum Zerkleinern der Nahrung. [3]
Gelbkopfamazone

Charakteristisch für das Erscheinungsbild der Amazonen sind der breit abgerundete Schwanz und die breiten, gleichfalls abgerundeten Flügel. Ihr Gefieder ist überwiegend grün gefärbt, mit roten, gelben oder blauen Farbmarkierungen am Kopf, an den Flügeln oder an den Schwanzfedern. Lediglich drei Farbmorphen der Königsamazone unterscheiden sich stärker von diesem typischen Erscheinungsbild der Amazonen. Bei diesen ist die Grundfärbung des Gefieders gold-, rot- oder olivbraun. Die Augen der Amazonaspapageien sitzen seitlich am Kopf und können unabhängig voneinander arbeiten. Alle Arten haben einen nicht befiederten Augenring. Er ist meist weiß, bei einigen Arten auch grau, blau oder gelb gefärbt. [4] Nur zwei Arten weisen in der Gefiederfärbung einen Geschlechtsdimorphismus auf: [5] Bei der Rotspiegelamazone ist die beim Männchen durchgängig rote Handdecke beim Weibchen dagegen teilweise grün. Bei der Gelbschulteramazone ist die gesamte Gefiederfärbung des Weibchens etwas matter und das Bauchgefieder etwas weniger blau als beim Männchen.

Der Flug der Amazonenpapageien ist durch weiche Flügelschläge gekennzeichnet, deren Wendepunkt unterhalb des Körpers liegt. Kurze Strecken legen sie auch im Gleitflug zurück, wobei die Flügel leicht nach unten gebogen sind. Der Flug wird häufig durch laute Rufe begleitet.
Das Verbreitungsgebiet der Amazonenpapageien reicht vom Süden Mexikos und den Karibikinseln bis nach Uruguay und in den Norden von Argentinien. Ihr Verbreitungsgebiet hat damit eine Längsausdehnung von rund 7.500 Kilometer und erstreckt sich schwerpunktmäßig auf die tropischen Regionen von Süd- und Mittelamerika. Es umfasst mit dem äquatorialen Südamerika eine der artenreichsten Regionen der Erde.
Kuba-Amazone
Kopf der Grünwangenamazone
Weißstirnamazone

Innerhalb ihres großen Verbreitungsgebietes nutzen die einzelnen Amazonenpapageien sehr unterschiedliche Lebensräume. Diese reichen von Savannen- und Halbwüstengebiete über aride Trockenwälder bis zu bewaldeten Sumpfgebieten. Innerhalb der Gattung der Amazonenpapageien kommen sowohl Lebensraumspezialisten wie –generalisten vor. Die Gelbschulteramazone zählt eher zu den Lebensraumspezialisten und lebt im Küstentiefland Venezuelas in einer Region, die sich durch einen dichten Bewuchs von Kakteen, kleinen Bäumen und Büschen auszeichnet. Die Rotschwanzamazone kommt nur in küstennahen Wäldern und Feuchtgebieten sowie Mangroven im Südosten Brasiliens vor. Die Kaiseramazone, die nur auf Dominica vorkommt, hält sich ausschließlich in den dortigen Bergwäldern auf, die alle in einer Höhe von 625 Meter über Normalnull liegen. Andere Arten wie etwa die Mülleramazone oder die Dufresnesamazone sind in ihrer Lebensweise so anpassungsfähig, dass sie sehr unterschiedliche Lebensräume nutzen können. So lebt die Dufresnesamazone neben Regenwaldgebieten und Nebelwäldern in Venezuela auch in Savannengebiete, während sie in Guayana und Französisch-Guayana hauptsächlich in Galeriewäldern vorkommt. Die Verbreitungsgebiete der einzelnen Amazonenpapageien überlappen sich häufig, so dass sich regelmäßig mehrere Amazonenarten den gleichen Lebensraum teilen. Dies unterscheidet sie unter anderem von den afrikanischen Langflügelpapageien, mit denen sie zwar keinen näheren Verwandtschaftsgrad aufweisen, mit denen sie aber eine Reihe ähnlicher Verhaltensmerkmale aufweisen und ähnliche ökologische Nischen besetzen. Zu den Amazonaspapageien, die gelegentlich sogar in gemeinsamen Schwärmen zu beobachten sind, zählen Weißstirn- und Goldzügelamazonen; Blaustirn- und Venezuela-Amazonen sowie Rotspiegel- und Jamaika-Amazonen. [6]

Aufgrund ihrer Brut- und Fressgewohnheiten sind Amazonen auf ausreichend dichte Baumbestände angewiesen. Einzelne Arten wie etwa die Gelbwangenamazone halten sich auch in intensiver genutzten landwirtschaftlichen Regionen auf, sofern diese einen ausreichenden Baumbestand aufweisen.[7] Sie können sich dabei durchaus auch zu landwirtschaftlichen Schädlingen entwickeln. Die Blaustirnamazone richtet beispielsweise im Osten Argentiniens große Schäden auf Orangenplantagen an. Mitunter fallen bis zu 5.000 Amazonenpapageien gleichzeitig in solchen Plantagen ein. [8] Die im Westen Mexikos lebenden Blaukappenamazonen, die außerhalb der Brutzeit in Schwärmen von zwei- bis dreihundert Individuen leben, werden gelegentlich vom Menschen bejagt, weil sie Getreidefeldern und Bananenplantagen heimsuchen. [9] Gelbwangenamazonen richten sogar auf Kaffeeplantagen Schäden an. [10]

Neun Arten der Amazonen sind in ihrer Verbreitung auf einzelne Karibikinseln beschränkt. Die Kaiseramazone und die Blaukopfamazone kommen lediglich auf Dominica, die Königsamazone nur auf St. Vincent und die Jamaika-Amazone auf Jamaika vor. Die kleinste Amazonenart, die Rotspiegelamazone, kommt auf Jamaika nur in feuchten Bergwäldern in Höhenlagen zwischen 500 und 800 Metern vor[11]; die sehr seltene Puerto-Rico-Amazone ist nur auf Puerto Rico und einen wenigen Nebeninseln zu finden. Die Blaukronenamazone lebte ursprünglich nur auf Hispaniola und einigen angrenzenden Inseln. Mittlerweile ist sie jedoch auch auf Puerto Rico eingeführt. [12] Das Verbreitungsgebiet der Blaumaskenamazone beschränkt sich auf die Karibikinsel St. Lucia. Sie ist dort nur noch in einem einzigen Waldrefugium anzutreffen, dessen Ausdehnung weniger als 40 Quadratkilometer beträgt
ntensive Untersuchungen über die Verhaltensweise von Blaustirnamazonen liegen nicht für alle Arten vor. Detailliertere Erkenntnisse über das Sozialverhalten und die Balz wurden zudem vor allem an in großen Volieren gehaltenen Amazonaspapageien gewonnen. Der Ornithologe Werner Lantermann hat beispielsweise über mehrere Jahre intensive Beobachtungen an Blaustirnamazonen vorgenommen und dabei insgesamt die Verhaltensweisen von 22 ausgewachsenen Amazonen dieser Art auswerten können [13]. Ausführlichere Freilandbeobachtungen liegen vor allem über die Puerto-Rico-Amazone vor, für deren Erhalt auf Puerto Rico intensive Anstrengungen unternommen werden. Über eine Reihe anderer Arten weiß man dagegen nur verhältnismäßig wenig: So ist über die Freilandbrut der Rotschwanzamazone nur bekannt, dass sie in den Baumhöhlen von Palmen brütet; bei der Kawall-Amazone ist der genaue Verlauf des Verbreitungsgebietes unbekannt. Aus den bisherigen Untersuchungen über Amazonenpapageien weiß man jedoch, dass diese Papageien generell ein sehr ähnliches Verhalten haben. Aus der Tatsache, dass ausgewachsene Vögel der meisten Amazonenarten ganzjährig paarweise zu beobachten sind, hat man geschlossen, dass sie langfristige Paarbindungen eingehen.
Gelbscheitelamazonen gemeinsam mit Rotbugaras und Braunkopfsittichen an einer Leckstelle in Ecuador
Grünwangenamazone

Amazonenpapageien sind sehr soziale lebende Tiere. Ausgewachsene Vögel sind grundsätzlich paarweise zu beobachten, so dass man davon ausgeht, dass sie langfristige Paarbindungen eingehen. Sie schließen sich darüber hinaus in etwas loser strukturierte Kleingruppen oder Schwärme zusammen. Vor allem für die auf dem südamerikanischen Kontinent und den Großen Antillen verbreiteten Amazonenarten kommen mitunter in sehr große Schwärme vor. [14] Von der Prachtamazone wird berichtet, dass bis zu 30.000 Amazonen an den traditionellen Versammlungsplätzen einfanden, bevor die Vögel in einzelnen Gruppen ihre Schlafbäume aufsuchten. Seitdem sind die Bestandszahlen allerdings aufgrund von Habitatvernichtungen zu stark zurückgegangen, um noch so große Schwärme zu bilden. [15] Bei den Schwärmen handelt es sich um lose Verbände, die aus einzelnen Familiengruppen bestehen. Paare werden meist von einem, selten von bis zu drei Jungvögeln begleitet. Aus der Volierenhaltung weiß man, dass Elternvögel ihren Nachwuchs mehrere Monate in ihrer unmittelbaren Nähe dulden und erst mit dem Einsetzen der nächsten Fortpflanzungsperiode mit einem zunehmend aggressiveren Verhalten diese aus ihrer unmittelbaren Umgebung vertreiben. Typisch für in Schwärmen lebende Amazonenpapageien ist, dass sie in großen Gruppen zu den Nahrungsplätzen fliegen und ihre Nisthöhlen häufig sehr nahe beieinander liegen. Ursache für den Zusammenschluss zu solchen Schwärmen könnte das verminderte Risiko sein, in solchen Verbänden von einem Greifvogel gegriffen zu werden. Für diese These werden zwei Belege angeführt: Die auf den Kleinen Antillen beheimateten Amazonenarten Blaukopf-, Blaumasken-, Königs- und Kaiseramazone zeigen ein deutlich vermindertes Gruppenverhalten. Gleiches gilt für eine auf der Insel Cayman Brac lebende Unterart der Kubaamazone, während das Gruppenverhalten der auf dem Festland vorkommenden Unterarten dieser Amazonenart deutlich ausgeprägter ist. Sowohl auf den Kleinen Antillen als auch auf Cayman Brac kommen keine größeren Greifvögel vor. [16]

Nomadisierende Schwärme sind vor allem bei den Amazonenpapageien zu beobachten, die offenes Buschland oder Savannengebiete besiedeln. Anders als die im tropischen Regenwald lebenden Amazonenpapageien müssen sie größere Wanderungen unternehmen, weil ein ausreichendes Nahrungsangebot für sie nur nach längeren Niederschlägen zu finden ist.

Der Aktivitätshöhepunkt der Amazonenpapageien liegt am frühen Morgen vom Beginn der Dämmerung bis etwa 10 Uhr und am späten Nachmittag von etwa 16 Uhr bis zum Einbruch der Dämmerung. In diesen Zeiten unternehmen sie ihre ausgedehnten Flüge, um Nahrungsplätze aufzusuchen beziehungsweise am Abend zu ihren Schlafplätzen zurückzukehren. Auch die Ruffreudigkeit ist in diesen Zeiten jeweils am stärksten ausgeprägt

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