Mittwoch, 10. April 2013

Der Trading Factor – von Selzer.-McKenzie SelMcKenzie


Der Trading Factor – von Selzer.-McKenzie SelMcKenzie

Author D.Selzer-McKenzie





 

Viele Trader sind sich unsicher, ob sie das

Trading-Anfänger lauten entsprechend „Was braucht es,

um erfolgreich traden zu können?“ und „Wie lange dauert

es, traden zu lernen?“ Diese Fragen zielen auf eine Antwort

ab, welche die Unsicherheit darüber verschwinden

lässt, ob ein Trader auf lange Sicht vom Trading-Geschäft

leben kann oder nicht.

Die Schwierigkeit der beiden Fragen besteht darin,

dass sie kaum universell zu beantworten sind. Es kommt

sehr auf den individuellen Trader an, welche Antwort die

richtige ist. Einige wenige haben ein mehr oder weniger

angeborenes Verständnis für den Markt und dafür, profi -

tabel zu handeln. Mit anderen Worten: Sie haben Talent.

Andere dagegen sind deutlich weniger intuitiv und brauchen

viele Jahre, um erfolgreich zu werden, wenn sie

überhaupt so lange am Markt überleben. Wiederum

andere liegen dazwischen: Sie haben eine durchschnittliche

Lernkapazität und könnten innerhalb weniger Jahre

erfolgreiche Trader werden.

Zeug dazu haben, an den Märkten zu bestehen.

Eine Checkliste beschreibt die wichtigsten

Punkte, anhand derer angehende

Trader sich selbst einschätzen können

 

Es gibt verschiedene Faktoren, die

Trader analysieren können, um

herauszufi nden, ob sie an den Märkten

bestehen können:

• Risiko-Management

• Talent und psychologische

Voraussetzungen

• Grundeinstellung und

Selbstvertrauen

• Fokus und Disziplin

• Refl exe, Urteilsvermögen

und Geduld

• Beharrlichkeit

• Lebensstil

• Trading-Kapital

Der Leser sollte an dieser Stelle

bereits vorab einmal ganz ehrlich

beurteilen, wie er sich selbst in Bezug

auf diese Punkte einschätzt. Dies ist

nicht als Test gemeint, der ganz konkret bestimmte Trading-

Fähigkeiten ermitteln soll. Es ist lediglich ein Selbsteinschätzungsinstrument

für zukünftige Trader, das aufzeigen

kann, wo noch Entwicklungsbedarf besteht, bevor Händler

anfangen, Geld zu riskieren. Darüber hinaus ist es auch für

erfahrene Trader empfehlenswert, sich von Zeit zu Zeit jene

Punkte vorzunehmen und zu prüfen, wie ihre Entwicklung

auf der Lernkurve voranschreitet.

Die einzelnen Punkte werden genau erklärt, um zu zeigen,

worauf es im Detail ankommt.

Risiko-Management

Das Risiko-Management ist der wichtigste Erfolgsfaktor.

Praktisch jedes Trading-Buch widmet sich in mindestens

einem Kapitel diesem Thema. Die allgemeinen Spielregeln

sind meist bekannt: Riskieren Sie nie mehr als ein bis zwei

Prozent Ihres Trading-Kontos, Machen Sie nach drei aufeinanderfolgenden

Verlusten eine Pause oder Setzen Sie

immer eine Stopp-Loss-Order zur Verlustbegrenzung.

Das sind alles wichtige Konzepte, die jeder Trader vor

Beginn des Handels mit echtem Geld beherzigen sollte.

Gerade in der Anfangsphase, in der Trading ohnehin eher

B1) Vertrauen in die eigene Methode

Dieser 15-Minuten-Chart der Commerzbank-Aktie zeigt einen großen Verkäufer bei 1,519 Euro. Dreimal prallte der Kurs

exakt an diesem Niveau ab. Hat der Trader genug Vertrauen in seine Analyse, um zum aktuellen Kurs eine Short- Position

aufzubauen, oder zweifelt er, ob die Aktie dieses Mal nicht doch weiter ansteigen könnte?

Quelle: www.tradesignalonline.com; Stand: 13.02.2013

unprofi tabel ist und vorrangig dem Lernzweck dient, sichern

diese Regeln das Handelskonto nach unten ab. Trader, die

auf die Grundregeln des Risiko-Managements verzichten,

können schnell hohe Verluste einfahren und geben möglicherweise

schnell frustriert auf. Mit einem guten Risiko-

Management dagegen steigt die Wahrscheinlichkeit, es mit

Begeisterung bis zur Schwelle der Profi tabilität zu schaffen.

An diesem Punkt sollte der Trader dann auch verinnerlicht

haben, dass Trading ohne Risiko-Management nicht funktionieren

kann. Mit zunehmender Kontogröße steigt daher

die Bedeutung dieses Faktors immer weiter an.

Talent und psychologische Voraussetzungen

Hier sind insbesondere die mentalen Fähigkeiten

gemeint. Dazu zählen unter anderem das Erinnerungsvermögen,

die Fähigkeit, Probleme lösen zu können,

schnelle Refl exe, das Vermögen, schnell und sicher zu

entscheiden und die Fähigkeit, diese Talente miteinander

zu verknüpfen. In der Regel sind unabhängige Denker,

die mit mathematischen Konzepten und Wahrscheinlichkeiten

vertraut sind und Herausforderungen lieben, gute

bis hervorragende Trader.

Gerade aufgrund der Herausforderung, die das Trading darstellt,

muss der Wille, erfolgreich zu sein, außergewöhnlich

hoch sein. Trading übt oftmals eine starke Anziehungskraft

auf Menschen aus, die recht erfolgreich auf einem anderen

Gebiet waren, denn schließlich muss das Kapital, dass

zum Trading benötigt wird, vorher verdient worden sein.

Aber jene von diesen Menschen entwickelten Fähigkeiten,

die zu Erfolgen auf ihrem früheren Gebiet geführt haben,

müssen nicht unbedingt einen Vorteil für die Trading-Karriere

darstellen. Ein typisches Problem ist beispielsweise,

dass erfolgreiche Menschen meist ein sogenanntes Über-

Ego haben. Sie glauben, dass sich der Erfolg ihrer früheren

Laufbahn ganz natürlich beim Trading fortsetzt. Trading

erfordert jedoch weitaus mehr Disziplin als jeder andere

Beruf. Dies ist vielen angehenden Händlern im Vorfeld

nicht bewusst ist.

Trader müssen sich fragen: Bin ich vorbereitet, die

blauen Flecken an meinem Ego auszuhalten, ganz zu

schweigen von denen an meiner Geldbörse, wenn sich

der Markt gegen mich wendet? Kann ich wirklich tagein,

tagaus dabei bleiben und um den Erfolg kämpfen?

Wer bescheiden ist und weiß, dass die Finanzmärkte die

oberste Instanz sind, der man sich unterordnen muss,

hat sein Ego im Griff. Denn dies ist eine der wichtigsten

psychologischen Voraussetzungen für

erfolgreiches Trading.

Grundeinstellung und Selbstvertrauen

Neben den psychologischen Voraussetzungen

kommt es vor allem auf

ein möglichst positives Denken des

Traders an. Diese Grundeinstellung

ist im Trading sehr wichtig, denn es

kann schnell passieren, dass die Einstellung

eines Traders nach einigen

Verlusten zu negativ wird. Sowohl

eine negative Grundeinstellung als

auch zu starke Schwankungen zwischen

positiven und negativen Gefühlen

können Trader wenig gebrauchen.

Treten solche Gefühlsschwankungen

auf, sollte eine Pause eingelegt werden,

um sich auf die positive Grundeinstellung

zurückzubesinnen. Dies

wirkt sich auch positiv auf das Selbstvertrauen

für die kommenden Trades

aus und bekräftigt den Händler darin, seinen Weg erfolgreich

fortsetzen zu können. Die Trader, die jeden Morgen

aufwachen und sicher sind, Gewinne zu machen, gehen

mit der richtigen Grundeinstellung an die Märkte

heran.

Sie haben das notwenige Vertrauen in sich selbst und in

ihre Handelsstrategie. Das Gegenteil ist allerdings ebenso

wahr: Ohne positive Grundeinstellung und Selbstvertrauen

werden Trader kaum erfolgreich sein.

Fokus und Disziplin

Trading erfordert Konzentration. Es wird schwierig sein,

effektiv zu traden, wenn zum Beispiel die Kinder oder

Familienmitglieder während der Arbeit stören. Weitere

Ablenkungen sind E-Mails, Telefon und soziale Netzwerke.

Zumindest am Anfang sollten Trader sich von diesen Dingen

frei machen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren:

den Trading-Prozess.

Eine Alternative kann sein, sich während einer Marktflaute

oder einer ruhigen Handelsphase an einem anderen

Arbeitsplatz um wichtige Dinge zu kümmern, die nichts mit

dem Trading zu tun haben. Dann können Trader von Zeit zu

Zeit an ihren Handelsplatz gehen, um nach dem Rechten zu

schauen. Unabhängig davon ist es ratsam, immer wieder

kurze Trading-Pausen einzulegen und zum Beispiel kurz an

die frische Luft zu gehen. Eine weitere, längere Pause sollte

zwischen dem Trading-Schluss und den Vorbereitungen für

den nächsten Handelstag liegen.

Trading erfordert zudem eine hohe Disziplin, was die

Handelsvorbereitungen angeht. Erfolgreiche Trader recherchieren

für die Trades des nächsten Tages mit hoher Präzision

und bereiten diese gründlich vor. Jeden Tag sowie

einmal am Wochenende muss dieser Prozess durchgeführt

werden. Der dabei entworfene Trading-Plan muss

alle Eventualitäten beinhalten: Sowohl für den Fall, dass

etwas schief geht, als auch für den Fall, dass alles so läuft,

wie es die Szenarien vorsehen. Und das Wichtigste: Trader

müssen in der Lage sein, auch angesichts drohender Misserfolge

genau diesem Plan diszipliniert zu folgen.

Reflexe, Urteilsvermögen und Geduld

Der perfekte Trader war als Kind vernarrt in Videospiele,

als Jugendlicher ein Skateboarder und als junger Mann

ein Surfer. Dies mag übertrieben erscheinen, macht aber

deutlich, welche Charaktereigenschaften im Trading wichtig

sind. Die beschriebene Person würde sehr wahrscheinlich

die Fähigkeiten besitzen, schnell und strategisch klug

zu reagieren (Videospiele), größere Hindernisse zu erkennen

und frühzeitig darauf zu reagieren (Skateboading) und

gleichzeitig geduldig auf die nächste Gelegenheit warten

und sie ohne Angst ausnutzen zu können (Surfen). Ebenso

hätte eine solche Person im Laufe ihres Lebens gelernt, bei

kleineren Hindernissen und Rückschlägen nicht zu überreagieren.

Insgesamt wäre diese Kombination von schnellen

Reflexen, einem guten Urteilsvermögen, Geduld und einer

angstfreien Umsetzung optimal für kurzfristiges Trading.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Lebenslauf unbedingt

so aussehen muss, schließlich ging es dabei um eine

fiktive Person. Aber es ist wichtig zu verstehen, dass sich

diese Eigenschaften meist erst über Jahre entwickeln und

oft mit früheren Jobs und Hobbys, auch aus der eigenen

Kinder- und Jugendzeit, zusammenhängen. Jeder angehende

Trader sollte sich also fragen, ob er auf Erfahrungen

zurückblicken kann, die die genannten Eigenschaften bei

ihm besonders geschult haben. Wenn das gegeben ist,

kann es für das Trading nur von Vorteil sein.

Beharrlichkeit

Gute Trader brauchen nicht nur Begeisterung für den Handel,

sondern auch Entschlossenheit und vor allem Ausdauer.

Denn eines ist sicher: Traden zu lernen ist kein Spaziergang. Das mussten viele Hobby-Trader am eigenen

Leib erfahren, die nach einer kurzen Phase plötzlichen

Reichtums in den Jahren 1999 und 2000 alle Gewinne wieder

an den Markt verloren haben.

Viele Trader probieren das Trading sprichwörtlich einfach

mal aus und verlieren genug Geld, um sich die Finger

zu verbrennen und sich vom Markt zurückzuziehen, lange

bevor sie aus ihren Fehlern gelernt und sich die Erfahrung

und das Wissen angeeignet haben, die zu nachhaltiger

Rentabilität führen können. Von zehn Tradern, die heute mit

dem Handel beginnen, werden wahrscheinlich in einem

Jahr nur noch wenige am Markt aktiv sein. Vielen fehlt die

Entschlossenheit und die Ausdauer, das Trading auch unter

widrigen Bedingungen, also bei Verlusten, weiter voranzutreiben.

Doch genau diese Beharrlichkeit ist die Voraussetzung

für den Erfolg. Solange Trader sich nicht voll und

ganz auf das Trading als Karriereziel und Lebensstil festlegen

und konzentrieren, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit

früher oder später aufgeben.

Lebensstil

Jeder möchte gerne mit Trading Geld verdienen, aber nicht

jeder ist auch wirklich bereit, den erforderlichen Preis dafür

zu zahlen, um dieses Ziel zu erreichen. Für einen Teilzeit-

Trader ist es schwierig, im kurzfristigen Trading erfolgreich

zu sein. Denn es ist recht selten, dass jemand in

der Lage ist, genügend Zeit von seinen anderen Interessen

oder Jobs abzuzweigen, um Trading auf kurzfristigen

Zeitebenen

wirklich effektiv nebenher zu erlernen. Bei vielen

angehenden Teilzeit-Tradern liegt der Arbeitsaufwand

im Bereich eines Vollzeitjobs, also um die 40 Stunden pro

Woche, um erfolgreich zu werden. Denn man muss Trading

schon sehr mögen, um zu so hohen zeitlichen Investitionen

bereit zu sein.

Erfolgreiche Händler haben sich meist mit beiden

Füßen voran ins Trading-Business gestürzt und sind praktisch

komplett in die Materie eingetaucht. Wer dagegen

gern nachts mit Freunden um die Häuser zieht, für den ist

Trading wohl eher nicht geeignet. Man braucht ein geregeltes

Leben, um diesen Beruf zu erlernen. Besonders

ausreichend Schlaf ist essenziell, um konzentriert traden

zu können.

Angehende Trader sollten versuchen, sich einen klar

strukturierten Lebensstil anzueignen. Wer dagegen kleine

Kinder hat, einen herausfordernden Job sowie zeitintensive

Hobbys, sollte sich noch einmal genau überlegen,

 

ob es das Richtige ist, zusätzlich noch das Traden erlernen

zu wollen. Es ist notwendig, realistisch die eigene

Arbeitsbelas tung sowie die Belastung des Umfeldes und

der eigenen Familie zu berücksichtigen. Wenn die dem Trader

nahestehenden Personen zusätzlich eine negative Sicht

auf das Trading-Projekt haben, kann dies die Begeisterung

des Traders und das Vertrauen in das eigene Ziel schmälern

und die Performance nachhaltig beeinträchtigen. Denn

je höher Trader ihr Umfeld mitbelasten, desto wahrscheinlicher

wird es, dass das Projekt eine negative Rückmeldung

von diesen Menschen erfährt.

Trading-Kapital

Es ist wichtig, sich für den Erfolgsfall realistische Ziele zu

setzen. Wer sein Konto gleich im ersten Jahr verdoppeln

möchte, hat beispielsweise ein unrealistisches Ziel. Noch

unrealistischer wäre es, von Anfang an vom Trading leben

zu wollen. Mit diesem Druck werden neue Trader es mit

Sicherheit nicht schaffen, an den Märkten zu bestehen.

Gerade im ersten Jahr sollte der reine Kapitalerhalt an

erster Stelle stehen. Ab dem zweiten Jahr können Trader

sich vornehmen, zusätzlich ein wenig Geld neben dem

Hauptberuf zu verdienen. Wie es dann weitergeht, ist sehr

individuell und richtet sich nach den bis dahin erzielten

Ergebnissen. Aber diese Frage stellt sich – realistisch

betrachtet – erst für das dritte Trading-Jahr.

Grundsätzlich sollten sich angehende Trader im Vorhinein

genau überlegen, mit wie viel Kapital sie ihr Trading-

Konto ausstatten können, um ihr übriges Leben dadurch

möglichst nicht zu beeinfl ussen. Die Größe des Trading-

Kontos muss also in erster Linie in einem sinnvollen Verhältnis

zum eigenen Vermögen und Verdienst stehen, eine

sehr individuelle Angelegenheit. Daher ist es auch nicht

möglich, konkrete Tipps zu geben, wie ein Trading-Konto

kapitalisiert sein sollte. Für den einen mögen 5000 Euro

optimal sein, für den anderen 25 000 Euro. Im Zweifel ist

ein kleinerer Betrag besser, da gerade am Anfang Verluste

wahrscheinlich sind, die sich dann in absoluten Geldbeträgen

weniger stark auswirken. So können Trader mit kleinen

Verlusten das Trading erlernen und später, wenn sie profi -

tabel geworden sind, mit einem größeren Konto arbeiten.

Fazit

Ein Trader ist noch lange kein Profi , nur weil er genug

Geld fürs Trading hat. Er muss so viel Zeit wie möglich mit

Untersuchungen, Analysen und Tests zu seinen Handelsstrategien

verbringen und sich gleichzeitig auch um die

psychologische Seite des Tradens kümmern. Dazu gehört

auch die Antwort auf die Frage, ob Trading wirklich eine

Option für die eigene Karriere darstellt. Mit den beschriebenen

Punkten sollte es Tradern möglich sein, eine realistische

Antwort für sich zu fi nden. Es braucht Jahre, um

dieses Handwerk zu erlernen, nicht

Wochen oder Monate. Wenn die persönlichen

Umstände eines angehenden

Traders, seine Finanzen und

sein psychologisches Profi l mit den

wichtigsten Charaktereigenschaften

zusammentreffen und zugleich eine

hohe Begeisterung für den Börsenhandel

besteht, stehen die Chancen

gut, im Trading nachhaltig erfolgreich

zu werden.

 

 

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