Montag, 26. Oktober 2015

Der Euro vor der Trendwende?


Der Euro vor der Trendwende?

Author D.Selzer-McKenzie

Video: https://youtu.be/WWccK2drn28

Euro oder Dollar? Bringt die Aufwertung des Euros gege       , US-Dollar Vorteile --

oder nicht? Die Beziehung zwischen beiden Währungen ähnelt in diesem Jahr einer Talfahrt, doch die wichtigste Frage voraus: Wird der Euro eine Trendwende

In den vergangenen Wochen war an den Märkten zu beo¬bachten, dass die deutschen Aktien extrem sensibel auf Wertveränderungen im Euro/Dollar-Währungspaar rea¬gierten. Fiel der Euro, so notierte der DAX mit deutlichen Pluszeichen. Zog der Euro hingegen an, wie wir es zum Beispiel in der zweiten Augusthälfte gesehen haben, so verbuchte der DAX massive Kursverluste. Natürlich war die Gemeinschaftswährung schon immer bedeutend für die Aktienmärkte — aktuell scheint die Abhängigkeit jedoch besonders groß zu sein. Nicht ohne Grund.

Spätestens seit den Turbulenzen einiger Schwellenlän¬der, insbesondere China, stehen die großen Weltwährungen vermehrt im Blickpunkt internationaler Investoren. Denn die jüngsten Entwicklungen in Asien ließen schnell den Ver¬dacht aufkommen, dass die immensen Währungsreserven der Schwellenländer teilweise aufgelöst werden könnten. Selbst das sonst so verschlossene China hat den Verkauf von Devisenvorräten längst bestätigt. Nach Schätzungen von Experten dürfte Peking allein im August 200 Milliarden Dollar abgegeben haben, um die eigene Landeswährung zu schützen. Ähnlich sieht es auch in anderen Schwellenlän¬dern aus, allerdings in geringerem Ausmaß. Diese Verkäufe lassen den US-Dollar im Wert tendenziell sinken.

Nach aktuellen Zahlen des Internationalen Währungs¬fonds (IWF) beläuft sich die Summe der von Schwellenlän¬dern gehaltenen Währungsreserven auf satte 8,05 Billionen US-Dollar. Für rund die Hälfte des Betrags ist China ver¬antwortlich. Dort haben der Aufschwung der letzten

 

19 Jahre sowie der Aufstieg zur weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft enorm viel Geld in die Kassen gespült. Auf der Suche nach Sicherheit führte für eben diese Über¬schüsse kein Weg am US-Dollar vorbei.

Der Abbau von Währungsreserven rund um den Globus dürfte erst am Beginn des Prozesses stehen. Hintergrund ist unter anderem der massive Preisverfall des Rohöls. Die gesunkenen Einnahmen bringen Länder wie Brasilien, Saudi-Arabien oder auch Malaysia in die Bredouille.

Zusätzlicher Druck auf die Schwellenländer kommt von der nahenden Zinswende in den USA. Nach zwei Jahr¬zehnten des ausgeprägten Wachstums der weltweiten Wäh¬rungsreserven scheint der Höhepunkt überschritten zu sein. Schätzungen gehen davon aus, dass der Abbau von Wäh¬rungsreserven im Volumen von 100 Milliarden Dollar den Greenback zum Euro um zwei bis drei Cent drücken kann.

Mario Draghi hält dagegen

Eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar ist jedoch nicht unbedingt im Sinne der Europäischen Zen¬tralbank. Die Eurozone profitiert derzeit von einem relativ schwachen Wechselkurs, schließlich werden unsere Waren im EU-Ausland erschwinglicher und dementsprechend mehr gekauft.Während sich die Lage einiger Defizit-Staaten gerade wieder stabilisiert, könnte ein Euro-Anstieg neue Probleme mit sich bringen. Prompt ließ Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, Anfang September verlau-ten, dass die Maßnahmen der EZB ausgeweitet werden

könnten. „Wir sind bereit und willens

zu handeln': hieß es einmal mehr vom

h         IN

Notenbankchef. Der Euro verlor nach         1,25 di101141,,

den Aussagen des Währungshüters rund ein Prozent an Wert. Im Kampf gegen eine drohende Deflations¬spirale ist die EZB auf eine Stabilisie¬rung der Wirtschaft beziehungsweise auf Wachstum angewiesen.

Es bleibt abzuwarten, wie stark die Krise der Schwellenländer beziehungs¬weise eine Senkung der in US-Dollar gehaltenen Währungsreserven auf den Euro durchschlägt. Nicht zuletzt dürfte der Euro auch aufgrund der jüngsten Wirtschaftsdaten der Mitgliedsländer eher zulegen. In einigen Ländern bah¬nen sich im Niedrigzinsumfeld starke Wachstumsraten an. Spanien zum Bei¬spiel setzt sich mit einem prognostizierten Wirtschaftswachs¬tum von 3,1 Prozent im Jahr 2015 an die Spitze Europas. Abgesehen von Frankreich befinden sich mittlerweile einige Euro-Länder auf dem Weg der Stabilisierung.

Charttechnik mit Umkehrsignalen

Gestützt wird ein möglicherweise bevorstehender Anstieg der europäischen Gemeinschaftswährung auch durch die Charttechnik. Der Abwärtstrend der letzten Jahre wurde kürzlich verlassen. In Bild 1 ist die Entwicklung des EUR/USD seit November 2014 dargestellt.

Zunächst startete der Euro sehr schwach in das lau¬fende Jahr. Nachdem die Gemeinschaftswährung im März noch auf ein Verlaufstief bei rund 1,04 Dollar fiel, erholte sich die Notierung im April wieder deutlich (siehe Bild 1). Die starke Aufwärtswelle, welche den Euro im Mai bis auf 1,146 Dollar empor brachte, war bis dahin als normale technische Gegenreaktion nach den vorherigen Verlusten zu werten. Der Abwärtstrend der Einheitswährung blieb weiterhin intakt.

Erst Anfang August änderte sich die Situation maßgeb-lich. Eine neuerliche Aufwärtswelle führte den Euro von 1,10 Dollar bis auf 1,17 Dollar empor. Durch den starken Anstieg wurde der bislang bestehende Abwärtstrend gebrochen. Es gibt aus technischer Sicht kaum eindeu¬tigere Signale für einen bevorstehenden Trendwechsel.

 

EUR/USD

Ende August notierte der Euro im Zuge der Spekulati-onen um erweiterte Maßnahmen seitens der EZB wieder schwächer. Mustergültig wurde im Zuge dessen das ehe-malige Ausbruchsniveau nochmals angelaufen. Mit dem jüngsten Rücksetzer wurde zudem die charttechnische Unterstützung bei 1,11 US-Dollar getestet — bislang mit Erfolg. Bestätigt sich in den kommenden Wochen der Aus-bruch über die Abwärtstrendlinie, so würde der Euro ein klares Kaufsignal generieren. Ein solches Chartbild würde eine klare Trendumkehr signalisieren. Die Phase der sin-kenden Euro-Notierungen stünde damit erst einmal vor dem Ende. Kurzfristig wäre in diesem Szenario ein Anstieg bis zum nächsten Widerstand bei 1,146 Dollar wahr¬scheinlich. Mittelfristig dürften uns Kurse im Bereich von 1,20 Dollar bevorstehen. Ein Rutsch unter die Unterstüt¬zungslinie bei 1,11 Dollar beziehungsweise ein schneller Rückfall in den ehemaligen Abwärtstrend würde das vor¬genannte Szenario jedoch zunichtemachen.

Interessierte Anleger können an der zukünftigen Ent-wicklung der Gemeinschaftswährung über Options¬scheine oder Hebel-Produkte partizipieren. Auf der Long-Seite bietet sich zum Beispiel das Hebel-Bull-Zertifikat auf den Euro mit der WKN XM5557 an (ISIN: DE000XM55578). Der Hebel liegt aktuell bei 9,79. Knock-Out-Schwelle sowie Basispreis des Zertifikats liegen

momentan bei 0,9995 US-Dollar.     

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.