Mittwoch, 19. August 2015

John Oldcastle 1370-1417


John Oldcastle 1370-1417

Author D.Selzer-McKenzie

Video: http://youtu.be/tauZsVWGZEQ

Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der ;_ men auf seinen Acker säte. Als nun die Saat _ ¬Frucht brachte, da fand sich auch das Un - _ Hausvater sprach: Lasst beides miteinanz.-, - sen bis zur Ernte; und um die Erntezeit zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst kraut und bindet es in Bündel, damit man brenne.« Das berühmte Gleichnis vom U unter dem Weizen, das im Matthäuser überliefert ist, wurde lange Zeit mit H¬in Verbindung gebracht, die von jeher rechtgläubigen Christen zu finden waren. tholischen Oberhäupter nahmen das Glei allzu wörtlich und ließen Häretiker wie U brennen. Doch dass Unkraut nicht gleich U zeigte sich im England des frühen 15. Jahrhunderts_ John Oldcastle war zwar durch und durch Häretiker aber von so hohem gesellschaftlichen Rang, dass man dm ge gewähren ließ, bevor er schließlich doch wie das übrige kraut« endete.

Passenderweise hatte man der einzigen nennenswerten tikergruppe im mittelalterlichen England einen Namen der von einem der lateinischen Worte für Unkraut (> 1 abgeleitet war: Lollarden. Ihr wichtigster weltlicher _ war jener John Oldcastle. Zeichnet man seinen Lebensweg so scheint er auf den ersten Blick ein ganz »normales« des englischen Niederadels gewesen zu sein. Er diente Heinrich IV., pflegte ein freundschaftliches Verhältnis mit Kronprinzen, dem späteren Heinrich V., und stieg nach Hochzeit mit Joan, Baroness Cobham, noch weiter auf: saß er als Baron im Oberhaus des aus zwei Kammern den englischen Parlaments. Während das Unterhaus (»H Commons«) gewählte Vertreter des Volkes versammelte. im Oberhaus, ab dem i6. Jahrhundert »House of Lords« g ausschließlich Adelige, die sowohl dem Verdienstadel als dem erblichen Adel entstammen konnten.

In einer Hinsicht unterschied sich Oldcastle allerdings von al¬len anderen Mitgliedern des Oberhauses: Er war ein ausgemach¬ter Anhänger der Lollarden, die sich auf die Lehren John Wyclifs beriefen - anders ausgedrückt: John Oldcastle war ein Ketzer. Die Überzeugungen der Lollarden unterschieden sich in wesentlichen Punkten von der damals einzig anerkannten Glaubensrichtung, dem Katholizismus. Auf den heftigsten Widerstand stieß ihre Abendmahlsauffassung, denn anders als die Katholiken, die von der tatsächlichen Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi ausgehen (sogenannte Transsubstantiationslehre), waren die Lollarden davon überzeugt, dass die Gegenwart Chris¬ti beim Abendmahl eine bloß symbolische sei. Für die Kirchen¬vertreter war diese Auffassung schlichtweg unerhört. Ferner achteten die Lollarden die kirchlichen Sakramente gering und maßen alles an der Heiligen Schrift, die sie auch dem Volk zugänglich machen wollten. Sie

verwarfen alles, was den evangelischen und apostolischen Zeugnissen nicht direkt

zu entnehmen war - das wiederum hatte

zur Folge, dass sie sich gegen den Primat des Papstes, gegen kanonisches Recht, die

priesterliche Absolution und den weltlichen

Besitz der Kirche aussprachen. Die Lollar-den rührten also an den Grundfesten der

römisch-katholischen Kirche und waren damit ein wichtiger Vorläufer der Reforma¬tion des i6. Jahrhunderts.

Nachdem John Oldcastle diese Leh¬ren jahrelang überzeugt verteidigt und

mit Flugschriften verbreitet hatte, wurde i         

er zweimal vor ein Konzil geladen, bevorman ihm schließlizProzess machte. In  digen St. Paul's Ca:- —

Oldcastle dem       _

englischen Geistlich Zeit gegenüber, dem E. von Canterbury, Thomes del. Dieser gab dem ;¬Baron die Gelegenheit_ eine katholische Positccr sinnen, doch Oldcas--e te sich zu seiner A- — Zudem wurde ihm vorgeworfen, nicht nur die Kirche =-sondern auch die königliche Familie und den Adel töten zig len. Unabhängig von diesen Vorwürfen sorgte schon die Jahre zuvor verschärfte Gesetzgebung gegen die Häretikmr dass Oldcastle zum Tode verurteilt wurde.

Während jeder andere Ketzer längst Opfer der Flammen worden wäre, kam John Oldcastle seine gesellschaftliche zugute. König Heinrich V. erinnerte sich seines früherem gefährten und erwies ihm einen letzten Freundschaftsdiele.,, wohl er selbst überzeugter Katholik und entschiedener

der Lollarden war. Heinrich ließ die Hinrichtung ve      -

und Oldcastle nutzte die Gelegenheit zur Flucht aus dem wo er auf sein Ende warten sollte. Gegen die hohen Gei und den König hatte er eigentlich keine Chance, doch O wollte eine lollardische Kirchenreform mit Gewalt herbe-aus heutiger Sicht eine aber
 
witzige Idee. Er zog durch die und versammelte eine bewaffnete Gruppe lollardischer _ um sich. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts bestanden diese sächlich aus Handwerkern und einfachen Leuten, sodass der Eindruck einer Revolte sozial Benachteiligter entstand_

Im Januar 1414 wurde der Aufstand von königlichen T ohne größere Probleme niedergeschlagen. John Oldcasde nun faktisch am Ende, gleichwohl entkam er noch einmal - Häschern. Erst 1417 wurde er erneut gefangen genommen im Dezember desselben Jahres verurteilt. Bereits am Tag wurde das Todesurteil vollstreckt: John Oldcastle wurde g.: und am Galgen verbrannt. Selbst im Falle dieses so p ten Häretikers konnten sich König und Geistliche einmal durchsetzen. Doch nur ein Jahrhundert später sollten für che

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